Attentat von Paris beherrschendes Thema der Sprechstunde der Ausländerbeauftragten Mehtap Aydinoglu

„Viele Besucher hat es mitgenommen“

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Vor der Redaktion von „Charlie Hebdo“ trauern die Menschen.

js/dpa Paris/Landkreis Gifhorn. Die Jagd nach islamistischen Attentätern und ein weiterer Mord in Paris haben Frankreich auch am Tag nach dem Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ in Schrecken versetzt.

Mehtap Aydinoglu

In der wöchentlichen Sprechstunde von Mehtap Aydinoglu, Ausländerbeauftragte des Landkreises, waren die schrecklichen Ereignisse in der französischen Hauptstadt gestern beherrschendes Thema. „Viele Besucher haben mir gesagt, dass sie sehr betroffen sind und sich zum Teil im Moment ein wenig schämen, Moslem zu sein“, sagt die Ausländerbeauftragte. Die Geschehnisse im Nachbarland hätten viele der Sprechstunden-Besucher sichtlich mitgenommen, berichtet Aydinoglu. Mit mehr als einem Dutzend Besucher habe sie gestern im Gifhorner Kreishaus gesprochen.

Als Ausländerbeauftragte ist Aydinoglu für rund 8000 Menschen im Landkreis Gifhorn Ansprechpartnerin. Sie schätzt, dass 40 bis 50 Prozent der Menschen mit einem fremden Pass muslimischen Glaubens sind. „Allein rund 2000 Türken leben im Landkreis.“ 116 Nationen seien in der Bevölkerung zwischen Bokel und Schwülper sowie Müden und Zicherie vertreten. „Wir müssen uns gemeinsam gegen so einen Wahnsinn, wie er in Paris passiert ist, stellen“, sagt Aydinoglu.

Die französische Polizei verfolgte gestern eine heiße Spur in Nordfrankreich, doch die mutmaßlichen Attentäter, die Brüder Chérif (32) und Said Kouachi (34), blieben auch über 24 Stunden nach der Tat mit zwölf Toten weiter auf der Flucht. Gestern Morgen kam es im Süden von Paris zu einer weiteren Schießerei, bei der eine Polizistin getötet und ein Polizist verletzt wurde.

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