„Keine neuen Mauern“

Verwaltungschefs aus Region Gifhorn rufen zur Weltoffenheit auf

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In einem offenen Brief rufen die Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte der Region zu einem friedlichen, weltoffenen und demokratischen Miteinander auf.

Landkreis Gifhorn – Als Hauptverwaltungsbeamte der Region betrachten die Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte aus Gifhorn, Braunschweig, Wolfsburg, Salzgitter, Goslar, Wolfenbüttel, Helmstedt und Peine mit einiger Sorge die aktuelle Entwicklung der Gesellschaft und das Auseinanderdriften von gesellschaftlichen Gruppen.

In einem offenen Brief rufen sie daher für eine friedliche, weltoffene Region auf.

„Insbesondere das Erstarken völkisch-nationalistischer Kräfte verändert das gesellschaftliche Klima dramatisch – und dies auch in unserer Region, die seit Langem für Liberalität, Internationalität und gesellschaftlichen Zusammenhalt steht. Wir wollen gemeinsam ein kraftvolles Zeichen für diese Werte in unserer Region setzen. Unsere reiche Kunst- und Kulturszene lebt von Weltoffenheit und Toleranz ebenso wie die internationalen Unternehmen und unsere herausragende Wissenschafts- und Forschungslandschaft“, sagen die Verwaltungschefs.

Die kulturellen Schätze sollen weiterhin gemeinsam gepflegt und verteidigt werden. Für eine freie, offene Gesellschaft müssten alle aktiv eintreten. Man dürfe nicht zulassen, dass sich Teile der Gesellschaft ideologisch einmauern und gegenseitig blockieren. „30 Jahre nach dem Mauerfall dürfen wir keine neuen Mauern in den Köpfen errichten.“ Demokratie lebe von offenem Diskurs, Kompromiss und klaren rechtsstaatlichen Regeln. Die Grundwerte der Gesellschaft basierten auf Freiheit, gegenseitigem Respekt und Toleranz. Letztlich gehe es um das Menschenbild der Gesellschaft, deren oberste Maxime laute: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

Es gehe darum, Haltung zu zeigen:

• für die Gleichberechtigung aller Menschen

• für ein friedliches Miteinander in diesem Land – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion

• für die Freiheit, die eigene Meinung zu vertreten und sich mit denen, die anderer Meinung sind, friedlich auseinander zu setzen

• für politischen Diskurs und Kompromissbereitschaft

• für einen freien Journalismus in Recherche und Berichterstattung auf allen Ebenen

• für den fairen, respektvollen Umgang miteinander, in der realen Welt ebenso wie im „Netz“.

„Wir brauchen eine gesamtgesellschaftliche Debatte über die Verantwortung eines jeden Einzelnen für die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Je mehr Menschen sich zu Demokratie, Toleranz und Menschenwürde bekennen, desto mehr stärkt das auch in politisch schwierigen Zeiten unsere Gesellschaft und unser Land. Unsere Demokratie und die damit verbundenen Werte des Grundgesetzes sind die bedeutendsten Errungenschaften der Bundesrepublik Deutschland. Sie gilt es zu stärken und – wo nötig – zu verteidigen“, lassen die Verwaltungschefs abschließend verlauten.

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