Lob für Verwaltung

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Mit maurische Tänzen, Liebesliedern und Klezmermusik umrahmte die Gruppe „Vielsaitig“ den Neujahrsempfang des Behindertenbeirates.

Gifhorn - Von Burkhard Ohse. Überwiegend positiv fiel die Bilanz des abgelaufenen Jahres aus Sicht des Behindertenbeirats im Landkreis Gifhorn bei seinem Neujahrsbrunch am Sonnabend aus. „Die wichtigste und beste Neuerung ist der Behindertenfahrdienst“, unterstrich Hajo Hoffmann, eines von zwei gleichberechtigten Vorstandsmitgliedern.

Der Fahrdienst zum Preis für den normalen ÖPNV sei seines Wissens nach einzigartig in Deutschland. Es gebe kein Bezugsscheinsystem oder andere bürokratische Hürden. Mit dem Fahrplanwechsel der Bahn wurden am 12. Dezember zudem neue Züge mit integrierter Einstiegshilfe auf der Strecke Hannover-Wolfsburg eingesetzt. Zwar seien die Zeiten, in denen diese Züge fahren, oft unbekannt oder manche Bahnsteighöhen passten nicht, aber es zeichneten sich auch dafür Lösung ab. Man sei mit dem Regio-Bahn-Management im Gespräch.

Erfreulich sei auch die gute Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung. In der Fachgruppe zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung würden regelmäßig Gespräche mit den Fachbereichsleitern der Bauverwaltung, der Sozialverwaltung und der Schulen stattfinden. „Mit unserem Anliegen barrierefreies Bauen, schulische Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe stoßen wir dort auf offene Ohren“, sagte Hoffmann. Einzig die Politik vermittele diesen Eindruck nicht. Zu einzelnen Politikern gebe es gute Kontakte, aber lediglich die grüne Fraktion wollte einmal wissen, was in der UN-Behindertenrechtskonvention stehe.

Daher sei man auf die neue Zusammensetzung des Kreistags nach den Kommunalwahlen gespannt, eröffnete Hoffmanns Vorstandskollegin Barbara della Monica den Ausblick auf dieses Jahr. „Schon im Vorfeld wollen wir eine Veranstaltung mit Politikern machen, um zu sehen, welche Schritte die Politiker in der nächsten Wahlperiode zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention machen werden“, führte sie aus. Ein wichtiges Thema sei die schulische Inklusion. „Diese Entwicklung wird ebenso erfolgreich sein wie die integrativen Kindergartengruppen, von denen es derzeit 17 im Landkreis gibt“, so della Monica.

Zudem sei barrierefreier Wohnraum im Landkreis ein Thema. Mit der Stadt Gifhorn sei eine Vereinbarung über barrierefreies Bauen von Bushaltestellen, Rad- und Fußwegen getroffen worden. Mit dem Fachbereich Bauen des Landkreises sollen umfangreiche Handreichungen für den ganzen Landkreis erarbeitet werden.

Ein Lob für den Behindertenbeirat gab es auch von der Ersten Kreisrätin Ingrid Alsleben für die Zusammenarbeit mit der Fachgruppe des Kreises. „Das Nebeneinander, die Lobbyarbeit und das Anstoßen der richtigen Themen im Beirat und von dort Impulse in die Fachgruppe zu geben, ist der richtige Weg“, so Alsleben. Die Zusammenarbeit der Betroffenen mit Ehrenamtlichen sei „beispielhaft“. Der Landkreis nehme die Gleichstellung sehr ernst.

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