Ermittler schließen technischen Defekt aus

Update: Brandstiftung bei Diakonie in Kästorf

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Blick von oben auf den vom Feuer betroffenen Hallenkomplex der Diakonie in Kästorf.

Gifhorn. (Update vom 17. Januar, 12.43 Uhr): Nach mehrtägigen Ermittlungen von Spezialisten der Polizeiinspektion Gifhorn steht nunmehr die Ursache des Großbrandes vom vergangenen Dienstag fest, durch den ein Komplex von Produktionshallen auf dem Gelände der Diakonie in Kästorf zerstört worden war.

Die Brandermittler schließen nach umfangreicher Spurenauswertung einen technischen Defekt als Ursache des verheerenden Feuers mit Sicherheit aus. Vielmehr geht die Polizei nach dem derzeitigen Stand der Dinge mit hoher Wahrscheinlichkeit von Brandstiftung aus.

In diesem Zusammenhang weisen die Beamten darauf hin, dass die Leitung der Diakonie Kästorf 1000 Euro für sachdienliche Hinweise ausgelobt hat, die zur Ermittlung der Täter beziehgunsweise des Täters führen. Wer solche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich mit der Polizei in Gifhorn, Telefon (05371) 9800, in Verbindung zu setzen.

(Ursprüngliche Meldung): Auch zwei Tage nach dem verheerenden Brand in den Hallen der Diakonie Kästorf in Gifhorn forscht die Kriminalpolizei weiter nach der Ursache. Bis zum späten Nachmittag konnten die Ermittler gestern noch kein Ergebnis präsentieren.

„Brandermittlungen bei so einem großen Feuer sind umfangreich und zeitaufwändig“, sagte Polizeisprecher Lothar Michels.

Wie berichtet, waren am Dienstagabend die Produktions- und Lagerhalle sowie die Schreinerei der Diakonie Kästorf in Flammen aufgegangen. Die Wohlfahrtsorganisation beziffert den Schaden auf fünf Millionen Euro. In den Hallen wurden Teile für die Autoproduktion des Wolfsburger VW-Werkes hergestellt. 130 Feuerwehrleute aus Gifhorn und Umgebung waren am Dienstagabend bei dem Großfeuer in der 2000 Quadratmeter großen Halle der Diakonie im Einsatz.

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Fünf Millionen Euro Schaden

Trotz der Zerstörungen hat man bei der Diakonie die Arbeit zum Teil wieder aufgenommen. Im Bereich Montage und Verpackung sei schon fast wieder Alltag eingekehrt, hieß es gestern. 15 der 140 Mitarbeiter erledigen ihre Aufgaben in Räumen der Lebenshilfe. Die übrigen Mitarbeiter richteten Arbeitsplätze in den vom Feuer nicht betroffenen Gebäuden her und arbeiteten dort, hieß es. „In einem Bereich zeigte sich wortwörtlich, dass wir eng zusammenrücken, die Mitarbeiter saßen ziemlich gedrängt an den etwas provisorischen Arbeitsplätzen“, beschrieb Hans-Peter Hoppe, Vorstand der Diakonie, die Situation.

„Heute Morgen herrschte bei Arbeitsantritt unter den Leuten ein Zusammengehörigkeitsgefühl wie nach einer Flutkatastrophe“, lobte Jens Severitt, Leiter der Qualitätssicherung in den Diakonischen Betrieben, den entschlossenen Einsatz aller Kollegen. Hoppe stimmt dem zu: „Da hat jeder mit angefasst und nicht nach Zuständigkeiten gefragt. Das haben alle zusammen großartig hinbekommen.“

In den nächsten Tagen stehen weitere Aufräumarbeiten an. Das gesamte Mobiliar der Halle ist durch Feuer, Löschwasser oder Ruß unbrauchbar. Einige Stahlträger sind durchgebogen. Die Spannbetonteile seien in ihrer Standfestigkeit durch die starke Hitze eingeschränkt und müssten abgerissen werden, hieß es. Im westlichen Hallenflügel sei die Prüfanlage für VW-Erdgastanks für beschädigt.

Von Jens Schopp

Die Einsatzbilder

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