Gifhorn: Polizeidienststellen werden auf Digitalfunk vorbereitet

Umrüstung im vollen Gange

In Niedersachsen soll der Digitalfunk im Frühjahr 2013 an den Start gehen. In Nordrhein-Westfalen gibt es die ersten Empfangsprobleme. Foto: picture-alliance

Landkreis Gifhorn. Rauschen und Knarzen – in Nordrhein-Westfalen gibt es erste Probleme beim Digitalfunk. In NRW ist kürzlich der digitale Hörfunk (DAB+) an den Start gegangen. Zwar nutzen DAB+ und VHF-Polizeifunk unterschiedliche, aber dennoch benachbarte Frequenzen.

Ursache für die Störungen sind offensichtlich unvermeidliche Nebenaussendungen der DAB+Sender.

„Wir sind gerade dabei, die Netze zu planen und können daher noch nicht sagen, ob es bei uns zu Problemen kommen wird“, meint Klaus-Peter Szepst, stellvertretender Einführungsbeauftragter bei der Polizeidirektion Braunschweig, auf IK-Anfrage. Seit etwa einem Jahr laufe in Lüneburg und Oldenburg der Digitalfunk auf Probe, zu Störungen sei es dort nicht gekommen – auch wenn die Luft von Funkwellen verseucht sei. „Im Frühjahr 2013 soll der Digitalfunk offiziell an den Start gehen. Mittlerweile sind die Begehungen und die damit verbundene Suche nach geeigneten Standorten für die Relaisstationen abgeschlossen“, informiert Szepst weiter.

Wie Gifhorns Polizeipressesprecher Thomas Reuter dem IK mitteilt, kommt im Landkreis Gifhorn unter anderem das Areal des ehemaligen Bundesgrenzschutzes als Relaisstation in Frage. „Es wird mehrere Stationen im Kreis geben. Es handelt sich um Ultrakurzwellen, die ‘Sichtkontakt’ benötigen. Im Nordkreis, wo die Landschaft hügeliger ist als im Südkreis, war es schwieriger geeignete Stationen zu finden“, so Reuter.

Parallel, so Szepst, laufe die notwendige Geräteausstattung. Das heißt, Dienstellen und Fahrzeuge werden umgerüstet. Die Kosten für die Erstausstattung teilen sich Land (40 Prozent) und Bund (60 Prozent). Die Folgeanschaffungen wie Funkgeräte oder Freisprechanlagen sind Sache der Behörden. „Wie hoch die Gesamtkosten sind, kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, dass die Kosten für ein Funkgerät bei rund 400 Euro liegen“, sagt Szeptst.

Im Landkreis Gifhorn sind derzeit Techniker im Gange, die Infrastruktur vorzubereiten. Wie Reuter mitteilt, werden im Bereich der Dienststellen Leitungen verlegt, die dann auch noch eingemessen werden müssen. Sowohl die Streifenwagen als auch die Dienststellen werden mit mobilen und festinstallierten Funkgeräten ausgestattet. Auch andere Antennen werden benötigt.

Wie die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) erläutert, bauen neben Deutschland sieben weitere europäische Staaten landesweite TETRA-Netze auf. Das deutsche Digitalfunknetz werde mit 500 000 Nutzern das weltweit Größte seiner Art sein. Vorteile ergeben sich insbesondere für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (Polizei, Feuerwehren, Rettungsdienste, THW und Zollbehörden) dahingehend, dass die Sprach- und Empfangsqualität verbessert wird.

Da die Länder die Gegebenheiten vor Ort am besten kennen, haben sie auch die Aufgabe übernommen, geeignete Antennen-Standorte zu suchen. Für die Montage soll auf vorhandene Basisstationsstandorte zurück gegriffen werden – Liegenschaften des Bundes, des Landes oder einer Kommune mit Feuerwehrstation oder auf Masten von kommerziellen Mobilfunkanbietern.

Von Carola Peiser

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