Umgeben von Schadstoffen

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Egal ob in der Verpackung von Süßigkeiten, in anderen Verpackungen oder in Textilien – heutzutage befinden sich fast überall Schadstoffe.

Landkreis Gifhorn. – Von Carola Peiser. „Warum kann Essen eigentlich nicht dioxinfrei hergestellt werden, und wer legt die Grenzwerte fest?“, wollte kürzlich ein IK-Leser wissen. Das IK hat nachgehakt.

Grenzwerte werden aus Gesundheitsschutzgründen für Futter- und Lebensmittel festgelegt, und zwar von einem Gremium des Umweltbundesamtes. Wie Dr. Mario Ruppert, Chef des Kreisveterinäramtes, im IK-Gespräch erläutert, werden diese in drei Kategorien eingeteilt – „gesundheitsgefährdend“, „grenzwertig“ und „Warnwerte“ –, da sie verschiedene Auswirkungen haben.

„Heutzutage können Dioxinmengen nachgewiesen werden, wie es vor zehn Jahren noch nicht möglich war, weil nur in Gramm gemessen werden konnte. Mittlerweile werden winzig kleine Mengen in Nano- oder Pikogramm gemessen“, so Ruppert. Nicht ganz schlüssig ist für Ruppert, weshalb bei den Menschen die Lebensmittel so im Fokus stehen, wenn Dioxine ins Spiel kommen. „Wir sind ganz anderen Giften ausgesetzt. Man darf nicht vergessen, dass sich in unserer Umwelt mittlerweile Schadstoffe befinden, die es vor 50 Jahren noch nicht gab. Heutzutage ist nichts mehr frei von irgendetwas“, weiß der Kreisveterinär. In jedem menschlichen Körper würden sich in Leber oder Niere Minispuren von Dioxin nachweisen lassen.

Die Gründe dafür seien ganz unterschiedlich. Niemand würde sich darüber Gedanken machen, in Kunststoff verpacktes Essen zu sich zu nehmen. Ruppert: „Ich bin zum Beispiel mit Einweckgläsern aufgewachsen. Glas ist nie dafür bekannt geworden, dass es Stoffe ins Produkt abgibt, es besteht aus einer neutralen Substanz. Nur: Diese Technik wurde abgeschafft und durch Plastik ersetzt.“ Wie Ruppert erläutert, gibt es verschiedene Folien – für säurehaltige Lebensmittel, für Fette oder Neutrale. Und über kurz oder lang lösen sich (giftige) Stoffe.

„Es wird doch nur noch Ware gekauft, die in Plastik verpackt ist“, weiß Ruppert. Wer sein Fleisch nicht bei seinem Fleischer des Vertrauens kauft oder seine Apfel beim Obsthändler, bekommt seine Ware abgepackt in Plastik. Auch Textilien, hauptsächlich preisgünstige, sind mit Schadstoffen versehen, die an oder in den Körper abgegeben werden. „Darüber machen sich allerdings die wenigsten Gedanken“, weiß Ruppert.

Informationen zum Thema Dioxin gibt es überall: direkt beim Verkäufer (zum Beispiel beim Fleischer des Vertrauens), Veterinäramt, Ministerum, Landesamt oder bei der Verbraucherzentrale.

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