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Überquote bei ukrainischen Geflüchteten auch im Kreis Gifhorn

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Von: Pascal Patrick Pfaff

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Ein Kind wartet vor einem Bus mit ukrainischem Kennzeichen. Gepackte Koffer stehen davor.
„Es ist davon auszugehen, dass künftig wieder vermehrt Ukrainer dem Landkreis zugewiesen werden.“ Nahmen die Zahlen laut Kreisverwaltung zuletzt ab, so werden demnächst mehr Menschen aus dem osteuropäischen Land in die Region rund um Gifhorn kommen. © Agenturen

Der Zuzug ukrainischer Geflüchteter in den Kreis Gifhorn geht aktuell zurück. Das meldet der Landkreis auf IK-Anfrage.

Landkreis Gifhorn – Niedersachsen erfülle bei der Aufnahme der Ukrainerinnen und Ukrainer eine sogenannte „Überquote“ – weshalb Neuankömmlinge aus dem osteuropäischen Staat von der Landesaufnahmebehörde derzeit auf andere Bundesländer verteilt werden.

Auch sei die Anzahl der direkt in den Landkreis kommenden Ukrainer gering; also Menschen, die etwa bei Familienangehörigen unterkommen. Aus der Kreisverwaltung heißt es dazu, dies seien nur „wenige Personen pro Woche“. Zum Vergleich: Aus anderen Ländern kämen im selben Zeitraum derzeit durchschnittlich 20 bis 25 Personen im Landkreis an.

Turnhallen kein Wohnraum

Insgesamt sei die Aufnahme der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine im Landkreis gut und geordnet verlaufen, ebenso wie die Verteilung dieser Menschen auf die jeweiligen Gemeinden, in denen sie nach Kenntnis des Landkreises hauptsächlich in privatem Wohnraum untergebracht sind. Teilweise sei auch eine Anmietung von Wohnungen durch die Gemeinden erfolgt. Was wiederum die Wohnqualität anbelangt, so habe es die jeweilige Kommune übernommen, den Wohnraum auf seine Geeignetheit zu überprüfen. Auf die Frage, ob indes Turnhallen von den Kommunen zu Wohnhallen umfunktioniert werden, hieß es aus der Verwaltung, dass eine solche Nutzung bisher vermieden werden konnte.

In diesem Zuge liegen auch aktuelle Zahlen vor, die zeigen, wie viele Ukrainerinnen und Ukrainer nun in den Kommunen wohnen. Bezogen auf das Isenhagener Land, sind in der Samtgemeinde (SG) Brome mit 284 die meisten von ihnen untergekommen. Die SG Wesendorf (176) und Hankensbüttel (71) folgen dahinter. Dazwischen platziert sich die Stadt Wittingen mit 110. Kreisweit hat jedoch die Stadt Gifhorn den größten Zuzug erlebt: 555. Die weiteren Zahlen in absteigender Reihenfolge: SG Meinersen (213), SG Papenteich (189), SG Isenbüttel (158), Gemeinde Sassenburg (122), SG Boldecker Land (82).

Samtgemeinde Brome: Nordkreis-Spitzenreiter

Auch hier gibt es Vergleichszahlen zu den vom Landkreis aufgenommenen Menschen aus anderen Ländern. Spitzenreiter für das Isenhagener Land ist wiederum die SG Brome mit 270 Personen. Die Stadt Wittingen folgt mit 167. In der SG Wesendorf leben 75, deren 62 in der SG Hankensbüttel. Die Stadt Gifhorn ist Konzentrationspunkt des gesamten Kreisgebiets: 601 Personen leben hier nun. Weniger als 100 sind es jeweils in den anderen Kommunen: SG Isenbüttel (97), SG Meinersen (82), SG Papenteich (65), SG Boldecker Land (47) und die Gemeinde Sassenburg mit 30.

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