Anteil der Über-65-Jährigen deutlich höher als im Süden der Region Gifhorn

Überalterter Nordkreis

Im Schnitt kommen im Kreis Gifhorn 27,4 Ältere auf 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter – im Nordkreis deutlich mehr.
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Im Schnitt kommen im Kreis Gifhorn 27,4 Ältere auf 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter – im Nordkreis deutlich mehr.

Landkreis Gifhorn. Das Altersgefälle in der Region Gifhorn – mit einer vergleichsweise jungen Bevölkerung im Südkreis und einem betagteren Nordkreis – ist deutlich ausgeprägt.

Das geht aus der aktuellen Fortschreibung des Sozialberichts hervor, den die Kreisverwaltung jetzt vorgelegt hat. Auffällig ist dabei auch, dass sich die demografische Entwicklung in den beiden Teilbereichen gegenüber dem Vorjahr noch einmal verstärkt hat.

In seinem Sozialbericht hat der Landkreis Gifhorn das Verhältnis der Menschen im Alter ab 65 Jahren zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, also zwischen 15 und 64 Jahren, untersucht. Das Ergebnis: Im Jahr 2012 standen durchschnittlich 27,4 Ältere im Landkreis 100 Menschen aus der Gruppe im erwerbsfähigen Alter gegenüber. Alle Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Hankensbüttel verzeichnen stark überdurchschnittliche Altenquotienten. Kreisweit an der Spitze liegen die Gemeinden Sprakensehl (41,8 Ältere auf 100 Unter-65-Jährige) und Dedelstorf (40,2). Überdurchschnittlich hohe Werte gibt es auch in der Gemeinde Weyhausen (34,6) und in der Stadt Wittingen (32,6). Mehr als 32 ältere Bürger pro 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter haben auch die Gemeinden Hankensbüttel, Steinhorst und Obernholz.

Im Gegensatz dazu weist die Statistik für die Mitgliedskommunen der Samtgemeinde Isenbüttel relativ niedrige Quotienten auf. Hier hat die Gemeinde Ribbesbüttel den geringsten Wert (19,9) im gesamten Landkreis. Moderate Altenquotienten sind auch in der Einheitsgemeinde Sassenburg (21,5) und in der Samtgemeinde Wesendorf (24,4) zu finden. Vergleichsweise gering ist dabei die Zahl in Wahrenholz, deutlich höher in Schönewörde, Groß Oesingen und Ummern.

Im kreisweiten Durchschnitt hat sich den Altenquotient 2012 gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Punkte erhöht. Die stärksten Anstiege verzeichneten die Gemeinden Obernholz, Barwedel und Schönewörde, während es deutlich rückläufige Quotienten nur in der Stadt Wittingen und der Gemeinde Dedelstorf gab.

Aus dieser demografischen Analyse leitet die Kreisverwaltung bestimmte Handlungsempfehlungen ab. So sollten beispielsweise Infrastruktur-Einrichtungen „dem hohen und steigenden Anteil Älterer gerecht werden“, heißt es im Sozialbericht. Und weiter: „Insbesondere Angebote, die die Betreuung und Pflege auch außerhalb der Familien gewährleisten, sind vorzuhalten.“ Außerdem seien „Versorgungsstrukturen wie Arztpraxen, Apotheken und Nahversorger sowie Angebote der Freizeitgestaltung und der Beratung zu überprüfen und gegebenenfalls auszubauen“, lautet der Vorschlag.

Von Bernd Schossadowski

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