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1,26 Millionen für Bohrschlammgruben im Landkreis

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Von: Paul Gerlach

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Erkundung von Bohrschlammgruben
Der Kreis Gifhorn bekommt vom Land 1,26 Millionen Euro für die Erkundung von 45 Bohrschlammgruben. Zudem setzt der Kreis eigene Mittel für die Untersuchungen ein. © Bernd Wüstneck

Landkreis Gifhorn – Der Landkreis Gifhorn will bekanntlich nach einem langen Hin und Her auch die restlichen 46 Bohrschlammgruben im Kreisgebiet untersuchen lassen. Im jüngsten Umweltausschuss wurde nun berichtet, dass der Kreis 1,26 Millionen Euro an Fördermitteln für die Untersuchung von 45 der 46 Gruben erhält. Dies liegt daran, dass über einen Förderantrag noch nicht entschieden worden ist.

Fördermittelgeber ist nach Angaben der Kreisverwaltung das Land. Das Geld stamme aus einem Fond des Wirtschaftsverbandes der Erdöl- und Erdgasgewinnung. Die Erkundung der Gruben findet demnach in zwei Phasen statt: Zunächst wird durch beauftragte Gutachterbüros eine historische Recherche vorgenommen, in einem zweiten Schritt folgen dann Erkundungsarbeiten vor Ort.

Der Beginn für die Arbeiten in der ersten Phase wird für Beginn 2023 erwartet und wird im Wesentlichen auf Aktenrecherche in verschiedensten Archiven und sonstigen Stellen beruhen. Für die Gesamtuntersuchungen werden laut Kreissprecherin Friederike Steemann mehrere Jahre veranschlagt. Über die jeweils erzielten Zwischenergebnisse werde die Öffentlichkeit unterrichtet.

Auf die Frage, ob das Fördergeld für die geplanten Maßnahmen vollumfänglich ausreichen wird oder ob darüber hinaus weitere Eigenmittel erforderlich sind, erläutert Steemann, dass die Förderung 80 Prozent der entstehenden Kosten umfasst. Somit ist klar, dass Eigenmittel nötig sind. Diese sind laut Steemann allerdings bereits im Haushalt des Landkreises veranschlagt.

Zum Hintergrund: In 2016 startete eine Überprüfung von 6 der 52 Gruben durch den Kreis. Die Zahl der Untersuchungsstandorte wurde dann doch noch erhöht. Maßgeblich dem wachsenden Druck aus der Bevölkerung geschuldet – Fachleute hatten dies zuvor nicht für unbedingt nötig gehalten. Es geht dabei um ehemalige Standorte des erdölverarbeitenden oder -transportierenden Gewerbes und dessen Hinterlassenschaften. Aufgrund einer möglichen Umweltbelastung und Gefährdung durch Bohrschlammreste in Erdölfördergebieten sollen die Verdachtsflächen untersucht werden.

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