Auch Niedersachsen unter Bundesschnitt

Tuberkulose überschaubar – Wenige Fälle im Landkreis Gifhorn

Landkreis Gifhorn. Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Husten mit und ohne Auswurf – das sind Symptome der Tuberkulose. In Deutschland ist die Zahl der Erkrankten auf ein Niveau gestiegen, das zuletzt vor zehn Jahren erreicht wurde, teilt das Robert-Koch-Institut mit.

2016 wurden im Bundesgebiet 5915 Fälle gemeldet. Für den Landkreis Gifhorn zeigt sich folgendes Bild: 2014 und 2015 wurden zwischen Bokel und Vordorf deutlich mehr Menschen wegen Tuberkulose behandelt als in den Jahren zuvor, 2016 sank die Zahl wieder.

Das Aufkommen von Tuberkulose-Fällen im Landkreis Gifhorn ist aber überschaubar. In Zahlen ausgedrückt: 2013 gab es zwei, 2014 dann elf, 2015 dann zehn Fälle. Für 2016 wurden vier Erkrankte von Ärzten gemeldet.

Mirja Niesel, Ärztin beim Gesundheitsamt des Landkreises, ordnet auf IK-Anfrage ein: In Niedersachsen trete die Krankheit seltener auf als in anderen Bundesgebieten. „Das liegt daran, dass Niedersachsen ein Flächenbundesland ohne Ballungszentren ist“, so Niesel. Bei der Tuberkulose handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Eine Übertragung kann über die Luft erfolgen.

Das Robert-Koch-Institut erklärt: „Detaillierte Analysen der Meldedaten zeigen einen Zusammenhang mit aktuellen Migrationsbewegungen.“ Von den 2015 weltweit erkrankten 10,4 Millionen Menschen lebten 60 Prozent in nur sechs Staaten: Indien, Indonesien, China, Nigeria, Pakistan und Südafrika. Länder, aus denen Menschen nach Deutschland flüchteten. Bei der Aufnahme in eine Unterkunft werden Flüchtlinge auf eine mögliche Tuberkulose-Infektion untersucht. Das Robert-Koch-Institut: „Anzahl und Anteil der Tuberkulosen, die anlässlich einer Untersuchung bei Aufnahme in eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende diagnostiziert wurden, stiegen seit 2014 deutlich an.“

Im Gesundheitsamt Gifhorn ist laut Niesel die Abteilung „Gesundheitsaufsicht und Hygiene“ zuständig. Betroffene würden der Abteilung laut Infektionsschutzgesetz namentlich gemeldet und umgehend angesprochen. Im Folgenden würden die Kontaktpersonen der Erkrankten ermittelt, um sowohl die Ansteckungsquelle, als auch mögliche weitere infizierte Personen ausfindig zu machen. Zeitgleich würden die Tuberkulose-Patienten, neben der Behandlung durch eine Facharzt, über die gesamte Krankheitsdauer von der Tuberkulosefürsorge des Gesundheitsamtes mitbetreut.

Von Norman Reuter

Rubriklistenbild: © dpa

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