Luther-Jubiläum in Gifhorn zwischen Schloss und Kirche gefeiert

Trubel in der Kreisstadt

Geflüchtete aus Meinersen trommelten und tanzten zwischen Schloss und Kirche.
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Geflüchtete aus Meinersen trommelten und tanzten zwischen Schloss und Kirche.

Gifhorn. Als Martin Luther vor 500 Jahren die Reformation anstieß, hätte er sicher nicht gedacht, dass die mit einer langen Nacht in der Kreisstadt gefeiert wird.

Zwischen St. Nicolaikirche und dem Schloss wurde anlässlich des Jubiläums gelesen, gesungen, getrommelt, getanzt, gemalt, gegessen und inne gehalten.

Umfangreich war das Programm, das in der Schlosskapelle, in der Kasematte des Schlosses, unter den Arkaden des Rathauses und in der Kirche geboten wurde. Zwar konnte man nicht an allen vier Orten gleichzeitig sein, aber je nach Gusto sich die interessantesten der 30- bis 45-minütigen Aufführungen auswählen. Das war für die einen die Führungen der Sonderausstellung im Historischen Museum, für die anderen die „Parole 20 Uhr Wartburg“. Da zeigten das Düsseldorfer Kabarettensemble „Lutherratten“ Auszüge aus seinem aktuellen Programm.

Das Lutheroratorium präsentierte Kreiskantor Raphael Nigbur, neu vertonte Lutherlieder gab es von Musikern aus Isenbüttel und Gifhorn, und Liedermacher Andreas Prade holte bekannte Psalmübersetzungen Martin Luthers in die Gegenwart. Der Nordkreis war musikalisch mit dem Wahrenholzer Gospelchor vertreten, die mit einem Konzert Schwung in die Nicolaikirche brachten. Bedächtig ging es bei der Lesung von Diakonin Anja Barth in der Kasematte zu oder bei dem Kalligrafie Workshop von Ulrike Brockelmann im Turmzimmer der Kirche.

Sehr lebendig zeigten sich Geflüchtete aus Meinersen, die zwischen Schloss und Kirche kräftigt trommelten und tanzten. Die Afrikaner nutzten wie andere Gäste auch ein Angebot der Renaissance-Gruppe Amici Saltandi, kleideten sich wie Klara und Martin und ließen sich in den historischen Gewändern fotografieren. Den Abschluss gestaltete wieder Kreiskantor Nigbur, der auf der Christian-Vater-Orgel spielte. Sternenklar und still war es zur gleichen Zeit in der Schlosskapelle. Die wurde für eine halbe Stunde in Dunkelheit getaucht, um das Sternengewölbe des sanierten Sakralbaus wahrzunehmen. Auch beim leiblichen Wohl tauchten die Veranstalter, der Kirchenkreis, die Stadtgemeinden und die Museen des Landkreises, in die Lutherzeit. Es gab Gemüsesuppe und Kräuterbier.

Von Burkhard Ohse

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