VW-Aufsichtsrat gibt grünes Licht für neues E-Auto-Werk

Trinity: Genauer Standort noch offen

Ein VW-Zeichen in der Autostadt.
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Das VW-Markenlogo in der Wolfsburger Autostadt.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Wolfsburg – Wo genau baut Volkswagen sein neues Werk für das E-Auto Trinity? Die Frage, die viele Menschen in der Region noch mehr umtreiben dürfte als die Personalfragen, die der VW-Aufsichtsrat am Donnerstag diskutierte, blieb vorerst unbeantwortet.

159 Milliarden will VW bis 2026 investieren, diese Summe segneten die Konzernaufseher ab. Davon sollen 89 Milliarden in Zukunftsthemen wie E-Mobilität und Digitalisierung fließen. Der Konzernvorstand wird personell aufgestockt, Vorstandschef Herbert Diess bleibt und übernimmt auch die Zuständigkeit für die Software-Sparte Cariad. Ralf Brandstätter, Leiter der Kernmarke VW, rückt in den Vorstand auf.

VW will weltweit immer mehr Standorte für die Fertigung von E- und Hybridfahrzeugen umrüsten. „Für Wolfsburg wurde die Elektrifizierung des Standortes mit dem Projekt Trinity bestätigt“, teilte das Unternehmen mit. Detaillierte Angaben, wo genau das Werk entstehen soll, mache man noch nicht, sagte ein Sprecher auf IK-Anfrage.

Landrat Tobias Heilmann hatte auch den Landkreis Gifhorn als möglichen Standort ins Spiel gebracht (das IK berichtete). Das Unternehmen hatte im November erklärt, es kämen mehrere Alternativen „im nahen Umland“ in Frage.

Wie nah, das ist noch offen. Auch im Gifhorner Nordkreis gibt es Hoffnungen, das neue E-Auto-Werk an Land zu holen. Wie Stadtbürgermeister Andreas Ritter dem IK bestätigte, hat auch die Stadt Wittingen ihren Hut in den Ring geworfen – mit der Gewerbefläche am Hafen, die ohnehin massiv erweitert werden soll: „Wir haben dazu ein Exposé eingereicht.“ Arbeitsplätze, Gewerbesteuern: Für die Stadt wäre das Werk standortpolitisch ein Coup.

Die Frage ist aus Nordkreis-Sicht, was es genau bedeutet, wenn Volkswagen nun mitteilte: „Das Projekt Trinity wurde für den Standort Wolfsburg bestätigt.“ Heißt das einfach: in oder um Wolfsburg, aber eben nicht in Kassel, Emden, Zwickau? Oder lassen sich Gespräche zwischen Volkswagen und der Stadt Wolfsburg (siehe Seite 7 in der Printausgabe des IK vom 10. Dezember) schon so interpretieren, dass die neue Produktionsstätte direkt in der VW-Stadt ihren Platz finden wird?

Gebaut werden soll der Trinity ab 2026. Eine zweite moderne E-Auto-Fertigung soll bis 2030 auf dem Werksgelände aufgebaut werden. Und: Schon ab 2024 soll auch eine Vollfertigung des ID.3 in Wolfsburg erfolgen. Mit dem Campus Sandkamp will VW darüber hinaus das „modernste Forschungs- und Entwicklungszentrum in Europa“ schaffen.

Betriebsratschefin Daniela Cavallo sah in den Plänen „nachhaltige Perspektiven für die Beschäftigungssicherung“.

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