Hankensbütteler Verkehrsausschuss empfiehlt, schwere Fahrzeuge aus Straße herauszuhalten

Tonnenbegrenzung am Bauernende?

Bisher ist die Straße Bauernende in Hankensbüttel „für den landwirtschaftlichen Verkehr frei“. Foto: Gerlach

Hankensbüttel. Die Anwohner Margarete und Heinrich Schaper sind besorgt über den Zustand der Straße Bauernende sowie der Mittelstraße in Hankensbüttel.

Diese Straßen sind, wie die beiden Anwohner nach Angaben der Verwaltungen richtigerweise feststellen, noch in der ursprünglichen heidetypischen Form aus unbehandelten Feldsteinen vor langer Zeit ausgebaut worden.

Durch den zunehmenden Schwerlastverkehr, auch an diesen Straßen, befürchten die Schapers, dass diese beiden historischen Straßen erhebliche Schäden davontragen könnten und haben deshalb bei der Gemeinde den Antrag auf Einrichtung einer Gewichtsbegrenzung für die Straße Bauernende gestellt, damit die Substanz des Straßenbelages und der historische Charakter der Straße erhalten wird.

Aus Sicht der Verwaltung ist die Straße Bauernende als besonderes schützenswert anzusehen: Sie gehe deshalb mit dem Antrag der Anwohner konform. Das Thema stand daher jetzt auf der jüngsten Sitzung des Hankensbütteler Verkehrsausschusses auf der Agenda.

Ratsherr Thomas Sordel (SPD) sagte: „Ich kann verstehen, dass diese alte Straße zu schützen ist.“ Die Beschlussvorlage der Verwaltung lautete: „Einer Tonnagen-Begrenzung von 7,5 Tonnen mit der Einschränkung ,Landwirtschaftlicher Verkehr frei’ in der Straße Bauernende wird zugestimmt.“ Der Zusatz „Landwirtschaftlicher Verkehr frei“ störe ihn, sagte Sordel. Peter Dietz (Grüne) ergänzte: „Die modernen Fahrzeuge passen nicht ins Bauern-ende rein. Sie dort durchzulassen, macht dann keinen Sinn. Das ist inkonsequent. Die Straße soll nicht vom landwirtschaftlichen Verkehr zu Klump gefahren werden.“ Er stellte daher den Antrag, den Zusatz „Landwirtschaftlicher Verkehr frei“ aus der Beschlussvorlage herauszunehmen.

Knut Conrad (CDU) sagte: „Die Straße ist heute ausgefahren und eine Rumpelpartie.“ Laut Dirk Niebuhr (CDU) war beim Bauernende „schon immer ein Bogen drin“. Ein Anlieger meldete sich zu Wort: „Die Straße liegt schon seit 60 Jahren so. Da ist nichts dran gemacht worden. Heute wohnt kein Landwirt mehr am Bauernende.“ Niebuhr entgegnete: „Es gibt Situationen, etwa beim Rangieren im Winter, da können die Lkw nur das Bauernende herunterfahren. Dann geht es nicht über die Bergstraße.“ Dirk Köllner (CDU) sagte: „Lkw sind eine große Belastung für die Pflasterstraßen im Ort.“ Bürgermeister Martin Rausch bestätigte: „Der Straßenaufbau wird den Tonnagen nicht gerecht.“ Eine Anliegerin legte Wert auf die Feststellung, dass nicht nur Dirk Niebuhr als Landwirt das Bauernende hochfahre, sondern auch andere Landwirte: „Das ist nichts Persönliches.“ Ausschussvorsitzender Herbert Buhr (CDU) sagte: „Die Landwirte nehmen eben auch die besten Straßen. Sie fahren nicht aus Jux und Dollerei das Bauernende lang.“

Dietz stellte klar: „Eine Beschlussvorlage mit 7,5 Tonnen Begrenzung und einer Durchfahrtserlaubnis für 40-Tonner wäre absurd.“ Die Begrenzung auf 7,5 Tonnen sei daher zu empfehlen und der Zusatz „Landwirtschaftlicher Verkehr frei“ zu streichen. Dies wurde von den Ratsmitgliedern bei vier Ja-, zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung empfohlen. Niebuhr kündigte daraufhin an: „Dagegen würde ich bei einem gleichlautenden Ratsbeschluss gerichtlich vorgehen.“

Von Paul Gerlach

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