Trockenheit und Wind bescheren Landwirten Sorge um Getreideertrag

Teures Nass aus Beregnern

Dass Beregnungsanlagen auf den Feldern manchmal einen Regenbogen hervorbringen, mag Spaziergänger oder Radler freuen. Die Landwirte bevorzugen das kostenlose Nass, das aus Wolken auf ihr Getreide regnet. Foto: Archiv
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Dass Beregnungsanlagen auf den Feldern manchmal einen Regenbogen hervorbringen, mag Spaziergänger oder Radler freuen. Die Landwirte bevorzugen das kostenlose Nass, das aus Wolken auf ihr Getreide regnet.

Landkreis Gifhorn. „Zu trocken und zu windig. “ Wenige Worte reichen Joachim Zeidler, erster Vorsitzender des Landvolkes Gifhorn, um die zurzeit missliche Wetterlage für die Landwirtschaft zu beschreiben.

Joachim Zeidler

Wo keine Feldberegnung Wasser versprühe, seien bereits die ersten Schäden im Getreide sichtbar, so der Parsauer Landwirt. Das sei vor allem im Südkreis mit seinen schwereren Böden der Fall, wo sich weniger Beregner drehten als im Nordkreis. Auch wenn üppiger Landregen einsetzen würde, die Schäden seien nicht mehr wettzumachen. „Die Ähren haben weniger Körner als üblich. “ Die aktuell zu erwartenden Einbußen auf den betroffenen Schlägen schätzt Zeidler auf rund zehn Prozent.

Und Regen sei erst einmal nicht in Sicht. Im Gegenteil: „Der Sommer fängt ja jetzt erst an.“ Die für Freitag vorhergesagte Hitze erhöhe die Verdunstungsrate der Pflanzen. Bis Ende kommender Woche sei auch kein wesentlicher Niederschlag zu erwarten, so Zeidler.

Zwar seien mit der Beregnung die schlimmsten Ausfälle zu verhindern, die künstliche Bewässerung koste den Landwirten doch Geld. Zeidler kalkuliert, dass für einen Beregnungsdurchgang rund 70 Euro pro Hektar anfallen. Zwei Durchgänge habe er zum Teil schon durch, berichtet er. Konkret heißt das: Bei einem aktuellen Roggenpreis von 13 Euro pro Doppelzentner müsse er nach derzeitiger Kalkulation im Sommer sechs Doppelzentner mehr Roggen je Hektar ernten, um die Kosten wieder reinzuholen. Die Rechnung gehe aber nur dann auf, wenn er nicht weiter großartig die Beregner auf den Feldern laufen lassen müsse, rechnet Zeidler vor.

Von Jens Schopp

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