Landkreis mit guter Platzierung in bundesweiter Prognos-Studie / Wolfsburg auf Platz 5

Studie: Gifhorn hat Zukunft

Selbst in demografischer Hinsicht attestieren die Prognos-Forscher dem Landkreis Gifhorn gute Karten. Foto: dpa
+
Selbst in demografischer Hinsicht attestieren die Prognos-Forscher dem Landkreis Gifhorn gute Karten.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
    schließen

Gifhorn/Wolfsburg. Geht es nach den Wirtschafts- und Trendforschern der Prognos AG, dann hat die Region Gifhorn-Wolfsburg gute Perspektiven.

Im jetzt veröffentlichten „Zukunftsatlas 2016“, der ein Standortranking von Deutschlands Regionen beinhaltet, kommt der Landkreis Gifhorn auf den Gesamtrang 77 – nicht übel bei einer Gesamtzahl von 402 Landkreisen und Städten. Die Stadt Wolfsburg ist es inzwischen schon gewohnt, sich in solchen Tabellen weit oben zu platzieren – und schafft es denn auch auf Platz 5 der Regionen mit den besten Zukunftschancen.

Die VW-Stadt ist damit der einzige norddeutsche Vertreter in den Top Ten. Das ist mehr als eine Momentaufnahme: Die Prognos-Experten diagnostizieren eine Verstetigung der großen Diskrepanz zwischen armen und reichen Regionen und zwischen Nord und Süd. Ganz vorn im Ranking liegt der Landkreis München, gefolgt von der Stadt München, danach folgen Ingolstadt und Böblingen. In den Top 25 kommen neben Wolfsburg nur Hamburg und Düsseldorf nicht aus dem Süden der Republik.

Bewertet wurden in dem Prognos-Atlas der Status Quo und die jüngste Entwicklung in den Bereichen Demografie, soziale Lage, Wohlstand, Arbeitsmarkt, Wettbewerb und Innovation. Insgesamt werden 29 makro- und sozioökonomischen Indikatoren betrachtet.

Der Atlas zeigt ein wachsendes Stadt-Land-Gefälle – welches sich insbesondere auch bei der Digitalisierung bemerkbar macht. Im erstmals veröffentlichten Digitalisierungskompass sieht Prognos den Landkreis Gifhorn mit drei Sternen („gute Chancen“, das ist allerdings nur die vierthöchste von sechs Kategorien.

Wolfsburg punktet mit seiner Wirtschaftsstärke, Innovationskraft und seiner Dynamik (höchste Stufe). Dem Landkreis Gifhorn wird ebenfalls eine „sehr hohe Dynamik“ attestiert (zweithöchste Stufe). Bei den Zukunftschancen bedeutet Platz 77 eine Einstufung in die drittbeste Kategorie („hohe Chancen“). Insgesamt gibt es acht Kategorien, von „beste Chancen“ bis „sehr hohe Risiken“. In der Disziplin „Wohlstand und Soziale Lage“ kommt Gifhorn sogar auf Platz 52, in Sachen „Demografie“ auf Rang 107, bei „Wirtschaft und Arbeitsmarkt“ auf Platz 116, und bei „Wettbewerb und Innovation“ reicht es für Rang 89.

Im Gesamtranking auf Augenhöhe Regionen wie Schweinfurt, Stormarn oder dem Landkreis Göttingen, lässt Gifhorn seine Nachbarkreise weit hinter sich: Peine landet auf Platz 186, Celle auf Platz 267, Uelzen auf Rang 301 und der Altmarkkreis Salzwedel auf Platz 384. Der Landkreis Helmstedt wird von Prognos in den Top Ten der „Absteiger“ geführt – von Platz 125 (2004) ging es runter auf Rang 290.

Eine Binnendifferenzierung innerhalb der Landkreise nimmt das Baseler Institut freilich nicht vor – dass im Landkreis Gifhorn die Nähe zu den Zentren Wolfsburg und Braunschweig dem Südkreis andere Entwicklungschancen bietet als dem Nordkreis, ist bekannt. Ebenfalls kein Geheimnis: Die guten Zahlen für Gifhorn sind eng mit den sehr guten Zahlen für Wolfsburg verknüpft – und die wiederum mit dem Wohl und Wehe von Europas größtem Autobauer.

Von Holger Boden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare