Diakoniestation des Kirchenkreises wird gemeinnützige GmbH

Steuervorteil und kurze Wege

Carsten Smolla
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Carsten Smolla

Landkreis Gifhorn. Aus der Diakoniestation im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Gifhorn wurde jetzt endgültig eine gemeinnützige GmbH.

Carsten Smolla

Nach einigen Irritationen und etlichen Diskussionsbeiträgen stimmte die Versammlung des Kirchenkreistags (erstmals mit der neuen Superintendentin Sylvia Pfannschmidt) bei einer Gegenstimme und fünf Enthaltungen einem entsprechenden Beschlussvorschlag des Vorstands zu. Demzufolge billigte das Gremium nachträglich auch die Ausgründung der Diakoniestation zum 1. Juli dieses Jahres. Sorge bereitete auch der möglicherweise schwindende Einfluss des Kirchenkreises auf die Entscheidungen innerhalb der Diakoniestation. Doch einfachere Verwaltungsabläufe, kurze Wege und schnelle Entscheidungen waren ein Argument für die GmbH. Auch könne sich eine sogenannte gGmbH in vielen Fällen steuerlich günstiger stellen. Sie könne von bestimmten Steuern ganz oder teilweise befreit werden. Gleichwohl unterliege sien dem GmbH-Gesetz.

Sylvia Pfannschmidt

Den Einwand, man verliere den Einblick in finanzielle Entwicklungen, entkräftete der amtierende Leiter des Kirchenamtes, Carsten Smolla, mit dem Hinweis, dass auch künftig der Haushalt der Diakoniestation dem Gesamthaushalt als Anlage beigefügt werde. Heinrich von Knobelsdorff für den Aufsichtsrat beantwortete die Frage, warum ein solcher Schritt notwendig war: Man wolle mögliche Risiken eingrenzen. Zudem habe die Landeskirche angeregt, den Weg in eine GmbH zu gehen. Geschäftsführer Volker Wagner betonte, dass die Tarifverträge des Pflegepersonals nicht verändert würden: „Im Rahmen der Diakonie haben wir einen besonderen Anspruch an die Pflege.“ Deshalb sei die Bezahlung auch den außerordentlichen Leistungen und Belastungen in den Pflegeberufen zumindest angemessen.

Wagner mit Blick auf den Wettbewerb: „Wenn wir auf dem Markt bestehen wollen, dann müssen wir alles richtig machen.“ Dabei sei der gute Tarifvertrag wegen möglicher Personalwechsel langfristig ein Vorteil.

Wolfram Bach, stellvertretender Superintendent, hob das enge Zusammenwirken von Kirche und Diakonie hervor. Die Ausgründung sei keineswegs geschehen, um diesen Einklang zu stören. Wagner fügte hinzu: „Wir bleiben mit den Kirchengemeinden eng vernetzt. Das ist gut für die Diakonie, und für die Kirchengemeinden ist es gut, wenn eine intakte Diakonie da ist.“

Von Horst Michalzik

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