Zucht wird beendet

Steimker Biohof darf Schweine vermarkten: Dioxinwerte „unbedenklich“

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Dr. Thomas Walter, Erster Kreisrat.

Steimke / Gifhorn – Beim Biohof Rotdorn in Steimke gibt es im Schweinefleisch keine erhöhten Dioxinwerte mehr. Im Juli dieses Jahres war wegen zu hoher Werte ein Schlachtungs-Stopp verhängt worden (das IK berichtete).

Der landwirtschaftliche Betrieb darf nun nach Angaben des Landkreises weiterhin Schweine züchten, schlachten und vermarkten. Die Halter ziehen jedoch die Konsequenzen und beenden die Schweinezucht. Die 33 Ferkel werden noch vermarktet, für die älteren Tiere werden Paten gesucht.

Den erhöhten Dioxinwerten, die im Juli festgestellt worden waren, wurde „akribisch nachgegangen“, wie Gifhorns Erster Kreisrat Dr. Thomas Walter versichert. „Es gab umfangreiche Untersuchungen – und nun auch starke Indizien für die Ursache.“ Amtsveterinär Dr. Mario Ruppert erklärt sich die erhöhten Dioxinwerte über Mikropartikel mit natürlich vorkommendem Dioxin, die über einen längeren Zeitraum von den Tieren beim Wühlen und Scharren aufgenommen würden. „Gerade in der Freilandhaltung haben die Tiere ausreichend Gelegenheit dazu.“ Es habe Untersuchungen des Futters, des Bodens und der Umgebung gegeben. Die ermittelten Werte lägen unterhalb der Grenze und seien absolut unbedenklich.

„In einer Tränke ist ein Wert von 3,4 Nanogramm Dioxin pro Kilogramm Boden ermittelt worden – das war der höchste Wert, den wir gefunden haben“, führt Jürgen Brunke, Leiter der Abteilung Boden- und Immissionsschutz des Landkreises, aus. Zum Vergleich: Der Grenzwert für einen Kinderspielplatz liegt bei 100 Nanogramm pro Kilogramm. „Wir reden hier über Größenordnungen von einem Bruchteil eines Zuckerwürfels im Tankumsee“, so Brunke.

Somit können die auf Hof Rotdorn gezüchteten Schweine auch weiterhin geschlachtet werden, jedoch schon nach einem Jahr. Probeschlachtungen bei einjährigen Tieren ergaben Werte deutlich unterhalb der Grenze, so Ruppert.

VON DENNIS KLÜTING

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