Gifhorn: Jobcenter hilft Alleinerziehenden ins Arbeitsleben

Sprung in den Job

Arbeiten mit Erfolg zusammen: Tanja Lubomirski (l.) vom Jobcenter und Eleni Andrelou. Die 34-Jährige ist alleinerziehende Mutter eines achtjährigen Sohnes. Sie begann im August mit Unterstützung des Jobcenters eine Ausbildung zur Einzelhandels-Kauffrau.
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Arbeiten mit Erfolg zusammen: Tanja Lubomirski (l.) vom Jobcenter und Eleni Andrelou. Die 34-Jährige ist alleinerziehende Mutter eines achtjährigen Sohnes. Sie begann im August mit Unterstützung des Jobcenters eine Ausbildung zur Einzelhandels-Kauffrau.

Landkreis Gifhorn. Der Name des Projekts zeigt die Intention, hinter der Abkürzung „GiB GAS“ versteckt sich ein etwas sperriger Begriff.

Doch mit den ersten Ergebnissen der „Gifhorner Beschäftigungsinitiative Gemeinsame Hilfen für Alleinerziehende in der Südheide“ sind die Initiatoren des Projektes, das vom Landkreis und dem Jobcenter getragen wird, nach einem Jahr sehr zufrieden, wie die Projektleiterin Petra Osterloh, gleichzeitig Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters, bilanziert.

Eleni Andrelou ist eine Kundin des Jobcenters, die von dem Projekt profitiert. Die 34-jährige Gifhornerin, alleinerziehende Mutter eines achtjährigen Sohnes, startete im August 2013 eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel. Ohne die intensive Betreuung durch Tanja Lubomirski vom Jobcenter wäre das wohl nicht möglich gewesen. „Bei dem Projekt ist die Betreuung im Unterschied zu den regulären Kunden intensiver, weil der Betreuungsschlüssel von eins zu 250 auf eins zu 50 heruntergesetzt wurde“, erklärt Projektleiterin Osterloh. So sind mehr kurzfristige Gespräche möglich, der Kontakt zwischen Jobcenter und den Projektteilnehmern findet zum Teil sogar täglich statt.

Die wesentliche Hürde für Alleinerziehende bei der Integration in den Arbeitsmarkt ist die fehlende Kinderbetreuung. So wurden für Andrelou zunächst eine Tagesmutter, dann eine Kinderfrau organisiert, deren Arbeitszeiten auf die Bedürfnisse des neuen Arbeitgebers der Kundin abgestimmt wurden. Dazu gehörte auch in der ersten Zeit die Bereitstellung eines Leihwagens, um den Sohn zur Tagesmutter fahren zu können. „Das wäre bei der normalen Kundenbetreuung nicht möglich gewesen“, sagt Lubomirski. Andrelou hat einen Job, der ihr vorschwebte. „Ich bin richtig zufrieden. Alles passt.“

Doch auch bei diesem Projekt stoßen die Betreuer des Jobcenters noch an Grenzen. „Es gibt immer noch zu wenige Arbeitgeber, die sich auf flexible und familienfreundliche Arbeitszeiten einlassen“, bedauert Lubomirski. So dauern die Arbeitszeiten im Einzelhandel zum Teil bis 23 Uhr, wenn die Kinderbetreuung nicht mehr gewährleistet werden kann. „Das ist noch eine große Baustelle“, weiß Osterloh. Dennoch sind derzeit 50 Projektteilnehmer in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen, 13 in Ausbildung und 19 geringfügig beschäftigt. Zudem wurden durch die Maßnahme drei zusätzliche Vollzeitstellen im Jobcenter geschaffen, so Wilfried Reihl, Chef des Gifhorner Jobcenters.

„Der Landkreis hat bisher einen Überschuss aus dem Projekt von rund 66 000 Euro“, erklärt Kreisrat Rolf Amelsberg. „Wir können sehen, wenn sich zwei kompetente Partner zusammentun, kann man Probleme beiseite räumen“, ergänzt Gerald Witt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur in Helmstedt.

Mit 90 Teilnehmern war das Projekt vor einem Jahr begonnen worden, seit Anfang 2014 wurde die Zahl der Kunden auf 150 aufgestockt. Unter den Teilnehmern sind sechs Männer. „Wir wollen das Projekt gerne weiterführen. Das ist eine ganz tolle Sache“, sagt Reihl.

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