Zehn Jahre Landrätin: SPD-Kreistagsfraktion zeichnet Marion Lau aus

Ein sprachloser „Glücksfall“

Geschenk für zehn Jahre Amtszeit: Landrätin Marion Lau (2. von rechts) freute sich über den Wein, den ihr SPD-Fraktionschef Rolf Schliepha-cke (links), Kreisvorsitzender Detlef Tanke und die erste stellvertretende Landrätin Ines Kielhorn gestern überreichten. Foto: Schossadowski

Landkreis Gifhorn. Es war ein seltener Moment in der Amtszeit von Marion Lau. „Ich bin ein wenig sprachlos und deshalb etwas aus dem Konzept“, sagte die sonst so schlagfertige Landrätin gestern Nachmittag auf der Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion.

Der Grund: Lau wurde von ihren Parteikollegen für ihre zehnjährige Tätigkeit an der Spitze der Gifhorner Kreisverwaltung ausgezeichnet – mit lobende Worten und einer Kiste Rotwein.

2001 wurde die SPD-Politikerin, die dem Kreistag seit 1983 angehört, erstmals zur Landrätin gewählt. Fünf Jahre später gelang ihr das zum zweiten Mal – mit einem Ergebnis von 60,2 Prozent der Stimmen. 2014 endet Laus aktuelle Amtszeit.

Die Landrätin arbeite „immer im Sinne der Bürger und des Landkreises Gifhorn“, erklärte ihre erste Stellvertreterin Ines Kielhorn. Dabei sei sie in all der Zeit nah an den Menschen geblieben.

SPD-Kreisvorsitzender Detlef Tanke sagte, er sei fasziniert von der kämpferischen Natur Marion Laus. Zudem habe die 64-Jährige nie den Blick für die soziale Gerechtigkeit verloren. „Für die SPD im Kreis Gifhorn bist du ein Glücksfall“, lobte Tanke. Das unterstrich auch Fraktionschef Rolf Schliephacke. „Bisher sind wir sehr zufrieden mit dir“, sagte er mit einem Schmunzeln auf den Lippen. „Ich freue mich darauf, weiterhin mit dir gut zusammenzuarbeiten.“

Die Geehrte selbst zeigte sich in ihren Dankesworten bescheiden. „Allein hätte ich das alles nicht gewuppt“, sagte sie und machte ein überraschendes Eingeständnis zu ihrer Wahl zur Landrätin im Jahr 2001: „Ich hatte mich mein Leben lang degegen gewehrt. Ich wollte nicht ein Bürokrat sein, sondern mit den Menschen arbeiten.“ Doch im Laufe der Zeit habe sie ihre anfänglichen Vorbehalte abgelegt und die Arbeit an der Verwaltungsspitze schätzen gelernt. „Es waren schöne Jahre, die ich nicht missen möchte. Ich hatte wunderbare Erlebnisse mit Menschen“, schilderte sie.

Zugleich sieht Marion Lau große Herausforderungen auf den Kreis Gifhorn zukommen. Die Euro-Krise sei noch lange nicht überwunden und mit vielen Unwägbarkeiten verbunden. Das werde auch Auswirkungen auf die kommunalen Finanzen haben. „Wir müssen anfangen gegenzusteuern und uns im Klaren sein, dass nicht alles machbar ist“, sagte sie. Ein Ausweg aus der Finanzkrise sei nur gemeinsam zu schaffen.

Antworten auf den demografischen Wandel zu geben, werde eine entscheidende Aufgabe der Zukunft sein. Doch Marion Lau hat noch ein weiteres Handlungfeld im Blick: „Bildung ist ein ganz wichtiges Thema, und zwar auf allen Ebenen.“ Weil es immer mehr berufstätige Eltern gebe, müsse Kindern die notwendige Unterstützung gewährt werden – von der Krippe bis zur Schule. „Das Netz der Hilfen für unsere Kinder muss engmaschig sein“, betonte Lau.

Auf die bisherigen zehn Jahre ihrer Tätigkeit in der Kreisverwaltung blickt sie nach eigenen Worten mit Stolz zurück. „Ich bin dankbar für diese Zeit, die ich zusammen mit meinen Mitarbeitern, den Fraktionsmitgliedern und den Bürgern gestalten konnte.“ Dieses Miteinander habe ihr viel Kraft gegeben.

Von Bernd Schossadowski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare