Führende Sozialdemokraten aus der Region begrüßen Bonner Votum für Koalitionsverhandlungen

„Spiegelbild der Diskussion im Nordkreis“

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Nach dem Votum ein Lied: Hubertus Heil (im Hintergrund, Mitte) am Sonntag in Bonn.

bo Landkreis Gifhorn/Berlin. Nach dem Votum des SPD-Sonderparteitags für Koalitionsverhandlungen mit CDU/CSU kommt von führenden Sozialdemokraten aus der Region viel Zustimmung für den mehrheitlich beschlossenen Kurs.

GroKo oder „No GroKo“? Der Ummeraner Landtagsabgeordnete Tobias Heilmann sieht in dem knappen Ergebnis von Bonn ein „Spiegelbild“ der Diskussion, die er unter Sozialdemokraten im Nordkreis erlebt.

Tobias Heilmann

„Ich persönlich habe am Sonntag erst einmal durchgeatmet“, sagt Heilmann, der gleichwohl anerkennt, dass es für beide Haltungen „gute Argumente“ gebe. Kritik an der SPD wegen Uneinigkeit sieht der Ummeraner fehl am Platz, vielmehr sei der Umgang mit dem Thema ein Musterbeispiel an Demokratie: „Die Debatte in Bonn war Weltklasse, ein fairer Schlagabtausch.“

Jan Schwarz

Der Gifhorner Unterbezirksvorsitzende Jan Schwarz aus Weyhausen war am Sonntag im Bonner World Conference Center dabei. Er hat selbst für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen gestimmt. Schwarz sagt, er habe Verständnis für die Ängste, dass die SPD in einer großen Koalition weiter geschwächt werden könnte – die Partei habe es aber auch selbst in der Hand, ihre Erfolge angemessen zu verkaufen und ihr Profil zu schärfen.

Im Unterbezirk – also in den Ortsverbänden im Landkreis Gifhorn – laufen die Diskussionen über das Für und Wider einer „GroKo“ laut Schwarz seit Wochen. In den Mitgliederversammlungen sei es „so voll wie seit Jahren nicht mehr“. Wenn ein Entwurf eines Koalitionsvertrages vorliege, dann wolle man den Mitgliedern im Landkreis ein Forum zur Diskussion geben.

Der Bundestagsabgeordnete für Gifhorn und Peine, Hubertus Heil, war für die SPD an den Sondierungen beteiligt, dabei sogar federführend in den Bereichen Bildung und Forschung. Er ist überzeugt: „Was wir herausgeholt haben, kann sich sehen lassen.“ Heil sagt, er habe Respekt vor den Argumenten der GroKo-Gegner in den eigenen Reihen, es gehe seiner Ansicht nach aber vor allem darum, was man als SPD für das Land und seine Bürger erreichen könne: „Es geht nicht um die Frage, wie die SPD sich fühlt.“

Dem Mitgliederentscheid nach einem Abschluss der Koalitionsverhandlungen sollen laut Heil Mitgliedervollversammlungen an der Basis vorausgehen.

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