Kommunalwahl 2021

SPD-Delegierte nominieren Heilmann offiziell als Landratskandidaten

Tobias Heilmann
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Tobias Heilmann wurde offiziell von den SPD-Delegierten als Landratskandidat nominiert.

Meinersen – Die SPD im Landkreis Gifhorn startete am Samstag den Wahlkampf um das Amt des Landrats.

Bei der Delegiertensitzung im Kulturzentrum Meinersen präsentierte sich Kandidat Tobias Heilmann den 39 Delegierten und weiteren Mitgliedern, die online zugeschaltet waren. Es gab Zuversicht auf allen Seiten, nach Heilmanns Rede stehenden Applaus und anschließend die einmütige Zustimmung der Delegierten.

„Wir werden unser Schloss in Gifhorn wieder zurückgewinnen“, davon zeigte sich der SPD-Kandidat überzeugt. Und Heilmann hätte auch genaue Vorstellungen der ersten Tage im Amt: „In den ersten Tagen werde ich jeden Mitarbeiter persönlich kennenlernen, meine Wertschätzung ausdrücken und deren Interessen und Talente herausfinden.“ Er empfinde sich nicht als Vereinspräsident, sondern als Mannschaftskapitän, zog er einen Vergleich zum Fußball.

Zudem will Heilmann den Landkreis wirtschaftlich weiter nach vorne bringen. „Der Landkreis soll bei großen Investitionen eine Rolle spielen. Dabei gibt es hier Ressourcen und Potenzial, das man nutzen kann.“ Als Beispiel nannte Heilmann den Wittinger Hafen, wo durch Schiene, Wasser und künftig die A39 ein „äußerst interessanter Standort“ bestehe. Denkbar sei auch ein interkommunales Gewerbegebiet.

Als dritten Punkt will Heilmann die „kommunale Familie stärken“, die Gemeinden in die Lage versetzen, Projekte umzusetzen und die Orte attraktiver zu gestalten, etwa mit Treffpunkten für Jung und Alt. Denn jede Kommune habe „ihren eigenen Charme“. Da man dafür Geld brauche, sei ein fairer Umgang mit der Kreisumlage nötig. Mit ihm werde der Begriff kommunale Familie gelebt, so Heilmann.

„Bildung ist der Schlüssel zur sozialen Gerechtigkeit“, sagte Heilmann und startete gleich den Angriff auf Amtsinhaber Dr. Andreas Ebel. „Seit 2017 gibt es einen verbindlichen Kreistagsbeschluss zur Ausrüstung mit Glasfaser für die Schulen. Seitdem ist nichts passiert.“ Kritik gab es auch beim Start der Testzentren. Heilmann vermisste das strategische Denken. „Wenn man strategisch Testzentren geplant hätte, hätte man für die Bürger einen Anreiz für Tests geschaffen.“ Dann hätten die Menschen bei negativen Tests am öffentlichen Leben teilhaben können und die mit positivem Testergebnis wären herausgefiltert worden. „Mit Tests, der App, Impfstoff und den AHA-Regeln sowie dem Braunschweiger Medikament könnte man parallel zu dem Virus leben. Stattdessen gibt es bei den Testzentren Streit zwischen Behörden Stadt und Landkreis“, kritisierte Heilmann.

Auch, dass mehr als zehn Führungskräfte die Landkreisverwaltung verlassen hätten, spräche Bände. Bei wichtigen Themen, beispielsweise bei der Flüchtlingskrise und den Bohrschlammgruben, schicke der Landrat die Kreisräte vor.

„Der Landkreis ist mein Lieblingsort, daher will ich mich hier einsetzen“, sagte der SPD-Landratskandidat vor den Delegierten. Zuvor gab es Lob für Heilmann vom Unterbezirksvorsitzenden Philipp Raulfs und von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil in einem virtuellen Grußwort.

„Man braucht einen Landrat, der anpackt, der sich nicht wegduckt, der Lust auf den Landkreis hat“, sagte Raulfs. Der Bundesarbeitsminister lobte Heilmann als Teamplayer. „Er kann auf Menschen zugehen.“

(Von Burkhard Ohse)

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