Kreisparteitag in Wahrenholz

SPD stellt jüngeren Vorstand auf

Falko Mohrs (l.) und Tobias Heilmann (r.) mit dem geschäftsführenden Vorstand (Philipp Raulfs (2. v.l.), Brigitte Brinkmann, Karen Wachendorf und Wieland Bartels).
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Die SPD im Landkreis Gifhorn verjüngt ihren Vorstand.
  • Dennis Klüting
    VonDennis Klüting
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Wahrenholz – Zuversichtlich gehen die Sozialdemokraten in die anstehenden Wahlen. Zudem wurde der Vorstand beim Unterbezirks-Parteitag am Samstag im Landgasthaus Schönecke in Wahrenholz weiblicher und verjüngt.

Nach seinen ersten beiden Jahren als Vorsitzender des Unterbezirks wählten die Delegierten mit großer Mehrheit Philipp Raulfs (Hillerse) wieder, der kürzlich zum Stellvertreter des Niedersächsischen Parteivorsitzenden gewählt worden war. Raulfs Stellvertreter sind Karen Wachendorf (Gifhorn) und der bisherige Beisitzer Wieland Bartels (Tiddische), der für den scheidenden Jörg Biallas (Wittingen) gewählt wurde. Schatzmeisterin bleibt Brigitte Brinkmann (Schwülper).

Gleich zwei Auftritte hatte Bundesarbeitsminister und Bundestagskandidat Hubertus Heil, der nach seiner Rede zum Parteitag des Unterbezirks Peine weiterfuhr. Er rief zu weiteren Anstrengungen gegen die Corona-Pandemie auf. „Wir müssen um jeden Arbeits- und um jeden Ausbildungsplatz kämpfen“, warnte er vor einem „Corona-Jahrgang“ und einem späteren Klagen über einen Fachkräftemangel. Diesen Einsatz sei man den jungen Leuten und der Wirtschaft schuldig.

Zudem forderte Heil einen höheren Mindestlohn und mehr Tarifbindung – vor allem in der Pflege, deren Kräfte man besser bezahlen müsse. Respekt und Anerkennung reichten da nicht aus. Die Pflegeversicherung sei zu deckeln, um die Pflegenden dabei nicht gegen die zu Pflegenden auszuspielen. „Der Strukturwandel für den Klimaschutz wird kein Spaziergang“, mahnte Heil. „Wir müssen aber die Arbeitsplätze im Blick behalten.“ Außerdem dürfe Mobilität im ländlichen Raum kein Luxus werden, Mobilität nicht nur für Reiche möglich sein, wie es mit den Plänen der Grünen kommen könnte.

Heil kündigte an, die Bundesagentur für Arbeit in eine Arbeits- und Qualifizierungsagentur weiterzuentwickeln. Bildungszeit müsse entsprechend der Elternzeit eingeführt werden. Der CDU warf er Lobbyarbeit vor, die Grünen seien nicht unsympathisch. Aber man müsse wissen, wie man es macht. „Ich werde mich in den Wahlkampf stürzen“, kündigte er an. Weiterentwickeln will auch Raulfs die SPD im Landkreis. „Wir bieten einen klaren Gegenentwurf für die CDU vor Ort“, stellte er fest. „Ohne die SPD wären wir nicht so gut durch die Pandemie gekommen“, verwies er auf den Punkteplan seiner Partei. Zudem sei die SPD die treibende Kraft bei der Digitalisierung. Mit Tobias Heilmann habe man den besten Kandidaten und den zukünftigen Landrat. „Er hat den Rückhalt der gesamten Partei und ist jemand, der Lust hat, den Landkreis zu gestalten.“ Auch in seinen kommenden Jahren als Vorsitzender werde er Probleme benennen und Lösungen schaffen sowie die Partei weiterentwickeln. „Im Herbst wollen wir das Bundestagsdirektmandat und den Landratsposten haben und viele Bürgermeister und Gemeinderäte stellen. Die SPD soll die stärkste Kraft im Landkreis sein.“ Dazu habe man vor allem die Digitalisierung, den Tourismus und die Bildung im Programm.

(Von Burkhard Ohse)

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