Aufbruchstimmung nach Fusion

Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg seit dem 1. September nun offiziell am Start

+
Von hier werden künftig die Geschicke der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg geführt: Die Hauptstelle in Gifhorn wird Sitz des kompletten Vorstands. 

Gifhorn/Celle/Wolfsburg – „Zusammenwachsen, um zusammen zu wachsen“ – diese Devise gibt der neue Vorsitzende des Vorstands der neuen Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg aus.

Stefan Gratzfeld verspricht sich vom neuen, größeren Haus ein Plus an Schlagkraft, um am Markt nicht nur zu bestehen, sondern zuzulegen. Am gestrigen 1. September ging das fusionierte Geldinstitut nun offiziell an den Start.

Mit ihren 6,8 Milliarden Euro Bilanzsumme, 1.204 Mitarbeitern und 225.000 Kunden ist die Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg künftig die fünftgrößte in Niedersachsen. Das Filialnetz – 39 Zweigstellen, 35 SB-Standorte – soll vorerst unangetastet bleiben, betriebsbedingte Kündigungen wurden ausgeschlossen.

Stefan Gratzfeld, Vorsitzender des Vorstands

60 Stellen sollen über Altersteilzeit und Vorruhestandsregelungen abgebaut werden. „Sorge um Arbeitsplätze gab es nicht“, sagt Gratzfeld. „Wir haben Veränderungen offensiv kommuniziert – das kommt gut an.“ Rund 150 Mitarbeiter müssen aufgrund der internen Neustrukturierung den Standort wechseln. Für einige geht es von Celle nach Gifhorn, für andere von Gifhorn nach Celle. Die Sparkasse begleitet das laut Gratzfeld für eine Übergangszeit von dreieinhalb Jahren mit einer „großzügigen Regelung für die Fahrtkosten“. Manche Mitarbeiter lassen sich auch umschulen.

Die Kunden sollen von den internen Änderungen nichts merken – die bisherigen Ansprechpartner sollen auch die künftigen sein. Da die Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg technisch gesehen das „aufnehmende“ Institut ist, bleibt für dessen bisherige Kunden auch in Sachen Bankleitzahl und Kontonummer alles beim Alten. Für die Kunden der Sparkasse Celle wird sich die Bankleitzahl ändern, für einige auch die Kontonummer. Das soll Ende Mai 2020 so weit sein, dann ist der Stichtag für die „technische Fusion“. Bis dahin sollen die internen Abläufe harmonisiert sein.

Mit neuer Größe will die Sparkasse sich Herausforderungen wie dem Niedrigzinsniveau stellen. „Das Problem hat sich seit der Fusionsentscheidung noch verschärft“, sagt Gratzfeld. „Das zeigt uns, dass unser Weg der richtige ist.“ Mit digitalen Vertriebswegen und qualifizierter Beratung will das Haus den Kundenstamm nicht nur halten, sondern vergrößern.

Gratzfeld hat im Unternehmen eine „Aufbruchstimmung“ registriert. Die ist auch dem passionierten Ausdauersportler selbst anzumerken. Gratzfeld, 52, der aus Bonn stammt und das Bankgeschäft von der Pike auf gelernt hat (zunächst bei einer Volksbank), hat zwischenzeitlich mal vier Jahre lang eine Spedition geleitet. In den letzten 13 Jahren hat er die Geschicke der Sparkasse in Celle mitgelenkt, seit 2016 in vorderster Position.

Mit seinem bisherigen Celler Vorstandskollegen Dr. Patrick Kuchelmeister und Kay Hoffmann, der wie schon bei der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg als stellvertretender Vorstandsvorsitzender fungiert, bildet Gratzfeld das neue Führungs-Trio. Dieses wird seinen Sitz in Gifhorn haben. Gratzfeld, der mit seiner Ehefrau und seinen drei Kindern in Celle lebt, gehört damit auch zum Kreis all jener, die nun pendeln.

VON HOLGER BODEN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare