Kreis Gifhorn plant Daten-Analyse und will weiteres Familienzentrum einrichten

Soziale Lage unter der Lupe

Die Wesendorfer DRK-Kita am Lerchenberg, hier ein Kinderfest aus dem Jahr 2011, ist eines von zwei Familienzentren im Kreis Gifhorn. Für 2014 ist ein drittes Zentrum geplant. Archivfoto: Frankewitsch

Landkreis Gifhorn. Beratungs- und Hilfsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien im Kreis Gifhorn sollen künftig bedarfsgerechter gestaltet werden. Das ist das Ziel einer Sozialraum-Analyse, die der Landkreis in den nächsten Monaten umsetzen will.

Dazu werden in den Abteilungen der Verwaltung Zahlen und Daten über die soziale Situation in den einzelnen Kommunen in der Region gesammelt und ausgewertet.

Wo ist der Anteil Alleinerziehender im Landkreis am höchsten? Welche Gemeinden weisen die meisten Hartz-IV-Empfänger auf? Wo ist die Jugendkriminalität besonders ausgeprägt? Und wo ist die Notwendigkeit von Hilfen zur Erziehung am größten? Diese und viele weitere Fragen sollen bei der Sozialraum-Analyse beantwortet werden – auch um zu verhindern, dass der Landkreis Geld für Angebote ausgibt, die am Bedarf vorbeigehen.

„Bislang haben wir die entsprechenden Daten nur für den gesamten Landkreis erhoben. Jetzt wollen wir in einen engeren Austausch mit den einzelnen Gebietseinheiten treten, um die Situation vor Ort zu ermitteln und dann individueller und gezielter arbeiten zu können“, erklärt Martina Hartwig, Leiterin des Fachbereichs Jugend in der Kreisverwaltung, im IK-Gespräch. So gebe es im Nordkreis, wo der Anteil der Bezieher staatlicher Leistungen überdurchschnittlich hoch ist, andere soziale Verhältnisse und somit auch Bedarfslagen als im wohlhabenderen Südkreis.

Beispiele für soziale Hilfen seien niederschwellige Angebote und Beratungen, aber auch Erfahrungsaustausche für Familien, etwa in Elterngesprächskreisen, sagt Hartwig. Den Familienzentren komme dabei eine besondere Bedeutung zu. Zwei von ihnen gibt es bereits im Landkreis: in den DRK-Kindertagesstätten Wesendorf-Lerchenberg und Gifhorn-Rosengarten. Das Ziel sei, 2014 ein drittes Familienzentrum im Kreisgebiet einzurichten, kündigt die Fachbereichsleiterin an. Der Ort stehe noch nicht fest. „Es wird dort angesiedelt, wo der Bedarf am größten ist. Das ergibt sich aus der Sozialraum-Analyse“, erläutert Hartwig. Geografische Gesichtspunkte spielten dabei keine Rolle.

Von Bernd Schossadowski

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