Zuhörer in schweren Zeiten

Seelsorge: Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen führt fast 10.000 Gespräche

Der Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen bietet eine Seelsorge am Telefon oder per Chat-Beratung an. Im vergangenen Jahr gab es 8658 Telefongespräche und 847 Mailkontakte, die Ehrenamtliche mit den Betroffenen führten.
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Der Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen bietet eine Seelsorge am Telefon oder per Chat-Beratung an. Im vergangenen Jahr gab es 8658 Telefongespräche und 847 Mailkontakte, die Ehrenamtliche mit den Betroffenen führten.

Landkreis Gifhorn – Was können Menschen tun, die sich mit Sorgen oder Problemen nicht an ihre Mitmenschen, Familien oder Freunde wenden wollen – oder können? Wer jemanden zum Reden sucht, der kann sich unter anderem an die Telefonseelsorge des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen wenden.

Kontakt

Seelsorge des Kirchenkreises Wolfsburg-Wittingen

Am Telefon: Kostenlos, anonym, täglich rund um die Uhr unter (0800) 111 0 111 und (0800) 111 0 222.

Online-Beratung: Unter https://online.telefonseelsorge.de/ stehen weitere Informationen bereit.

Ob per Telefon oder digital, die ehrenamtlichen Helfer wollen für die Menschen in der Region da sein. Im vergangenen Jahr wurden bei der Telefonseelsorge Wolfsburg 8658 Telefongespräche geführt. Bei 1840 Gesprächen wurde aufgelegt und bei 110 Anrufen blieb es beim Schweigen. Die ehrenamtlichen Helfer hoffen bei solchen Gesprächen darauf, dass aus einem weiteren Anruf ein Gespräch entstehen kann. Aber nicht nur am Telefon, sondern auch online wollen die Helfer den Menschen beistehen. Im digitalen Zeitalter stellt sich die Online-Beratung auf die besondere Kommunikation ein. Es gibt keine persönliche Interaktion. Man muss sich auf diese Konstellation am Bildschirm einstellen. Darauf, dass die Gesprächsteilnehmer eine Internetverbindung und eine Tastatur trennen. Bei dieser Mailberatung gab es 2019 insgesamt 847 Mailkontakte, davon blieb eine einzige Antwort unbeantwortet.

Suizidgedanken: Seelsorge will helfen

Auch Gedanken an Suizid spielen in diesen Gesprächen eine Rolle. Aber wie kann man mit solchen Gedanken umgehen? Die Seelsorge will all denen zuhören, die über Schuld- oder Schamgefühle, Angst, Trauer oder Wut sprechen wollen, es aber bei Freunden oder Familie nicht können. Ob Angehörige oder Betroffene: Vergangenes Jahr behandelten knapp 25 Prozent der Chats Gedanken zum Thema Suizid. Bei knapp 3 Prozent der Mails spielten akute Suizidabsichten und bei knappen 1 Prozent frühere Suizidversuche eine Rolle. Insgesamt hat die Seelsorge 154 Termine im vergangenen Jahr zur Chatberatung angeboten.

Im Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen unterstützten im vergangenen Jahr 74 Ehrenamtliche die Telefonseelsorge, davon 64 am Telefon und 10 in der Mail-Beratung. Sie alle haben Menschen mit ihren Problemen helfen wollen. Sie waren Zuhörer in Nächten, in denen die Anrufer oder Chat-Beteiligten einsam waren. Sie haben zugehört, wenn es anderen nicht taten oder konnten. Sie alle trieb der Gedanke an, für andere da zu sein und ihnen beizustehen. VON HILKE BENTES

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