Gifhorner Experte: Nicht direkt hineinschauen

Heute Sonnenfinsternis? Aber sicher! Ein Live-Event ohne Eintrittskarte

Partielle Sonnenfinsternis im März 2015.
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Partielle Sonnenfinsternis: So viel wie auf diesem Bild vom 20. März 2015 wird dem Tagesgestirn dieses Mal nicht „fehlen“, über unserer Region soll es zirka ein Achtel sein.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Gifhorn/Wolfsburg – Ein Live-Event ohne Eintrittskarte, Pay-TV-Gebühren oder gar irgendwelche Corona-Auflagen: Wer am Donnerstag die partielle Sonnenfinsternis beobachten will, muss sich nur irgendwo an der frischen Luft befinden und hoffen, dass die Wolken wegbleiben. Probleme mit Abstandsregeln sollten sich dabei leicht vermeiden lassen.

Freilich: So spektakulär wie eine ringförmige Finsternis ist das, was am 10. Juni über Mittteleuropa geboten wird, nicht – da haben die Bewohner der nördlichen Polarregion dieses Mal die besseren Plätze. Doch faszinierend ist es allemal, wenn der Mond sich ein Stück weit vor die Sonne schiebt und einen Teil von ihr verdunkelt.

Der Hobby-Astronom Jürgen Burghard aus Groß Schwülper freut sich schon auf das Ereignis – warnt aber auch davor, die gleißende Sonne mit dem bloßen Auge zu betrachten: „Meistens wollen die Menschen die Finsternis spontan und ohne große Vorbereitung beobachten. Aber das falsche Beobachten mit ungeeigneten Filtern ist unglaublich gefährlich. Nie direkt in die Sonne schauen!“

Burghard schlägt für Laien deshalb ein „völlig sicheres Verfahren“ vor, das sich insbesondere auch eignet, wenn man Kindern das kosmische Highlight zeigen will: In eine dünne, einlagige Pappe, etwa vom Format A3, sticht man ein Loch von etwa einem Millimeter Durchmesser. „Lässt man die Sonne dadurch auf ein weißes Blatt Papier scheinen, hat man ein schönes Abbild der Sonne“, so Burghard. „Bei einem Abstand von einem Meter zwischen Loch und Projektionsfläche ist das Sonnenabbild einen Zentimeter groß. Wer im Abstand von etwa 4 Zentimetern mehrere Löcher sticht, bekommt einen hübschen Effekt: mehrere kleine Sonnen, mit einem fehlenden Stückchen, nebeneinander auf dem Papier.

Wann und wie lange sich die „angefressene“ Sonne beobachten lässt, das hängt vom Standort ab. Über unserer Region beginnt das Himmelsspektakel nach Angaben des Wolfsburger Planetariums etwa gegen 11.30 Uhr. Bis zirka 12.30 Uhr sollen dann über Wolfsburg rund 13 Prozent der Sonne vom Mond bedeckt sein.

Das Planetarium lädt am Donnerstag – zwei Tage vor der offiziellen Wiedereröffnung nach dem Lockdown – von 11 bis 13 Uhr zum „Eclipse-Watching“ ein. Vor den Toren der Einrichtung sollen dann mehrere Teleskope mit speziellen Sonnenfiltern auf die Besucher warten. Mitarbeiter stehen zur Beantwortung von Fragen bereit. Passend zur Sonnenfinsternis zeigt das Planetarium am Samstag um 17 Uhr die Show „Die Sonne – unser lebendiger Stern“.

Die partielle Finsternis ist in unseren Breiten die erste seit sechs Jahren. Die nächste totale Verdunkelung über Deutschland gibt es erst in 60 Jahren. Immerhin 80 Prozent Sonnenbedeckung verspricht aber die partielle Finsternis am 12. August 2026.

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