CO2 soll im Boden bleiben

Fliege im Großen Moor: Auch eine vielfältige Tierwelt braucht Feuchtigkeit.

dpa/lni Neudorf-Platendorf. Das Große Moor bei Neudorf-Platendorf soll seinem Namen wieder gerecht werden: Der Nabu Niedersachsen hat am Mittwoch den Startschuss für die Wiedervernässung gegeben. Dadurch soll der Lebensraum von 190 bedrohten Pflanzen- und Tierarten geschützt werden. Zugleich werden große Mengen an Treibhausgas-Emissionen verhindert.

Das Schutzgebiet hatte ursprünglich eine Länge von 15 Kilometern und eine Breite zwischen zwei und sechs Kilometern. Mittlerweile sind nach Angaben des Nabu viele Moorflächen stark geschädigt. Dies habe nicht nur gravierende Folgen für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Aus dem zerstörten Moor entweichen auch große Mengen an klimaschädlichen Gasen. Das von der Volkswagen Leasing GmbH geförderte Projekt leiste somit auch einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz.

„Wir haben viel zu lange ignoriert, wie wichtig Moore als Kohlenstoff-Speicher und damit für den Klimaschutz sind“, sagte Nabu-Präsident Olaf Tschimpke. Weltweit machten die Moore nur drei Prozent der Erdoberfläche aus, speicherten aber doppelt soviel CO2 wie alle Wälder. Andererseits seien in Deutschland 95 Prozent der Moore erheblich gestört.

Mit der Austrocknung des Moores sinkt dessen Grundwasserstand. Das Moor wird durchlüftet und gibt Kohlendioxid ab, das Jahrtausende lang in der Erde gebunden war. Ein Teil des Großen Moores soll nun mit dem Wasser eines nahen Baches vernässt werden. Tschimpke: „Dadurch werden auf lange Sicht Emissionen von 312 000 Tonnen CO2 verhindert.“

Das Projekt „Großes Moor“ soll auf weitere Flächen ausgeweitet werden. Über neue Moor-Projekte – eines etwa im Raum Nienburg – werde nachgedacht. Wie wichtig Moore unter anderem für das Klima sind, zeigt seit dem Frühjahr auch das Hankensbütteler Otter-Zentrum mit audiovisuellen Informationen an seinem neu eingerichteten Nerz-Moor.

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