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So wird an den kreiseigenen Schulen Energie gespart

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Von: Paul Gerlach

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Das Bild zeigt die Glasfassade der Mensa am Hankensbütteler Gymnasium.
An den kreiseigenen Schulen wie am Gymnasium Hankensbüttel wurden und werden Energiesparmaßnahmen umgesetzt. Dabei wird mit einem Dienstleister zusammengearbeitet. © Boden, Holger

Landkreis Gifhorn – Wesentliche Maßnahmen wurden bereits im Laufe dieses Herbsts umgesetzt: An den Schulen in der Trägerschaft des Landkreises wurden und werden – nicht erst in Zeiten der Energiekrise – Energiesparmaßnahmen ergriffen. Zur angelaufenen Heizperiode werden die ergriffenen Schritte nun wirksam.

Die Kreisverwaltung hatte bereits in 2013 ein Klimaschutzteilkonzept für die kreiseigenen Liegenschaften entwickelt, das seitdem in kontinuierlicher Umsetzung ist. Der Maßnahmenkatalog beinhaltet vor allem die Reduzierung von Verbräuchen als Energieeinsparungen – durch energetische Sanierungen, etwa Dachsanierungen in Schulen, und durch die Umstellung auf verbrauchs-ärmere technische Komponenten, zum Beispiel LED.

Ausgehend von diesem Teilkonzept wurde wiederum in 2021 die Beauftragung eines Energie-Einspar-Contractings (EEC) im Kreistag beschlossen. Nach einem Wettbewerbsverfahren wurde die E 1 Energiemanagement aus Nürnberg als Dienstleister für dieses Projekt gewonnen.

Mit der Umsetzung des EEC hat der Landkreis sich zum Ziel gesetzt, durch weitere technische Modernisierungen zukünftig eine weitere Reduzierung des Energiebedarfs ausgewählter kreiseigener Liegenschaften zu bewirken und die CO2-Emmissionen weiter zu senken.

Bei der Vorplanung wurden die Energieverbräuche der Liegenschaften des Kreises analysiert und die zehn verbrauchsintensivsten für das Modernisierungsprojekt ausgewählt. Dabei sind folgende Schulen einbezogen: Sibylla-Merian-Gymnasium, Otto-Hahn-Gymnasium, Humboldt-Gymnasium, Gymnasium Hankensbüttel, BBS 1 Gifhorn, BBS II Gifhorn, und die IGS Nord in Wittingen.

Der Energie- und Sanierungsmaßnahmenkatalog des EEC umfasst folgende technische Erneuerungen:

• Reduzierung des Wärmeverbrauchs durch Anpassung bei der Regelungstechnik: Der Einsatz einer „intelligenten Heizzentrale“ ermöglicht eine bedarfsgerechte Steuerung sowie eine nachhaltige und dauerhafte Optimierung der Verbräuche.

• Erneuerung ineffizienter Heizkessel,

• effiziente gekoppelte Wärme-Stromversorgung durch Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung,

• Errichtung von Photovoltaikanlagen auf geeigneten Dächern und deren Einbindung in die dezentrale Stromversorgung,

• weitere Umstellung von Beleuchtung auf LED

• sowie ergänzende Wassersparmaßnahmen.

Bezogen auf das Gesamtprojekt wird eine Einsparung beim jährlichen Energiebezug von über 600 000 Euro erwartet (bezogen auf das bisherige Preisniveau), aus denen die dargestellten Investitionen finanziert werden. Damit verbunden reduzieren sich die CO2-Emissionen nach Angaben des Kreises um 1690 Tonnen pro Jahr. Mit dem nunmehr steigenden Energiepreisniveau steige die Vorteilhaftigkeit des EEC.

Als Grundlage für die Klimaschutzmaßnahmen hat sich der Landkreis zur Umsetzung des Masterplan 100 % Klimaschutz verpflichtet. Dieser wurde vom Regionalverband Großraum Braunschweig (RGB) mit den beteiligten Kommunen, Landkreisen, Wirtschaftsunternehmen, der Bürgerschaft und weiteren regionalen Akteuren erarbeitet und in 2018 politisch beschlossen.

Der RGB und der Kreis Gifhorn sind eine von 22 bundesweit ausgewählten Kommunen beziehungsweise Regionen, die am Modellvorhaben des Masterplans im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums teilnehmen. „Der Regionalverband Großraum Braunschweig und der Landkreis Gifhorn sind in diesem Sinne Vorreiter im Klimaschutz und haben sich gemeinsam mit den weiteren Modellkommunen den bundesdeutschen Klimaschutzzielen verpflichtet“, sagt Kreissprecherin Friederike Steemann.

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