App Nina informiert Bevölkerung künftig über Katastrophen im Landkreis Gifhorn

Die Sirene für die Westentasche

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Alexander Hagenbach vom Landkreis Gifhorn erläuterte gestern die App Nina, die künftig offiziell die Warnungen im Katastrophenfall verbreitet.

Gifhorn. Nina soll künftig die Bevölkerung vor Katastrophen warnen und den Bürgern Informationen liefern. Die App für das Smartphone ist ab sofort vom Landkreis Gifhorn als offizielles Warnmedium vorgesehen.

„Es werden dabei nur Großschadensereignisse und Katastrophen wie Rauchwolken bei Großbränden, Unglücksfälle im Gefahrgutbereich, Hochwasser, wenn bereits die Feuerwehr alarmiert ist, starke Unwetter, großflächige Stromausfälle, aber auch terroristische Angriffe oder der Verteidigungsfall gemeldet“, erklärt Alexander Hagenbach, Sachbearbeiter beim Landkreis in der Abteilung Brand- und Katastrophenschutz, Rettungsdienst und Gewerbe. Der umgeknickte Baum auf der Straße, von dem keine lebensbedrohende Gefahr ausgeht, der Verkehrsunfall oder der Kleinbrand gehören somit nicht dazu.

Da nicht jeder Bürger über ein Smartphone verfügt oder es gerade bei sich trägt, etwa bei der Gartenarbeit, wird weiterhin auch mit einem einminütigem auf- und abschwellenden Heulton der 232 Sirenen im Landkreis gewarnt. „Das ist der Aufruf, Radio, Fernsehen oder Internet anzuschalten, um weitere Informationen zu erhalten. Wir wollen alle Bürger erreichen“, so Hagenbach. „Mit der Nutzung der App hat der Landkreis die Strukturen zur Warnung der Bevölkerung überarbeitet und an die aktuellen Bedürfnisse angepasst“, fügt der Erste Kreisrat Dr. Thomas Walter hinzu.

Zwar gibt es auch andere Apps – die alarmieren allerdings auch bei kleineren Unglücken. Das könnte schnell zu einer Abstumpfung führen, so Walter. Zudem gibt es mit Nina sichere Infos, die den Ernst der Lage beschreiben und Spekulationen verhindern – amtliche Informationen, auf die man sich verlassen könne, wie Walter erklärt.

Die App kann kostenlos im App-Store heruntergeladen und auf Smartphone oder Tablet installiert werden. Bei einer vorliegenden Warnmeldung erscheint diese dann als Push-Benachrichtigung und kann auch akustisch signalisiert werden. „Die Bürger sollen aufmerksam gemacht und gleichzeitig bereits informiert werden“, sagt Hagenbach.

Auch erste Maßnahmen und Hinweise, etwa sich im Haus aufzuhalten oder die Fenster zu schließen, werden gleich mitgeliefert. Zur Funktionsüberprüfung der Sirenen, von denen weitere unter anderem in Neubaugebieten installiert werden müssen, wird der Ton am dritten Samstag im Januar und im Juni, jeweils um 12 Uhr, zu hören sein. Das wird vorher angekündigt, so Walter. An jedem ersten Samstag eines Monats gibt es weiterhin die übliche Funktionsprüfung der Sirenen.

Von Burkhard Ohse

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