Landkreis Gifhorn: Sieben Prozent haben Betreuungsunterstützung beantragt

Geld für 286 Eltern

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286 Eltern bekommen im Landkreis Betreuungsgeld.

Landkreis Gifhorn. Als das Betreuungsgeld im August vergangenen Jahres eingeführt wurde, wagte im zuständigen Jugendamt des Landkreises Gifhorn niemand eine Prognose, wie hoch die Nachfrage nach der Leistung sein könnte.

Bei einem ersten Aufschlag im Jugendhilfe-Ausschuss des Kreises Ende August hatten 117 Eltern entsprechende Anträge bei der Kreisverwaltung eingereicht, berichtete Silvia Böker, Abteilungsleiterin in der Behörde damals.

Mittlerweile zählt Martina Hartwig, Leiterin des Fachbereichs im Gifhorner Schloss, 307 Anträge. „21 davon mussten wir ablehnen, weil die Kinder, für die das Betreuungsgeld beantragt wurde, vor dem Stichtag geboren wurden“, so Hartwig. Das Betreuungsgeld werde nur für Kinder gezahlt, die ab dem 1. August 2012 geboren seien. Gegen diese Stichtagsregelung wurde bereits gerichtlich geklagt. Allerdings sei die Stichtagsgrenze beim Betreuungsgeld rechtmäßig, so ein Urteil des Sozialgerichts in Aachen von vergangener Woche.

Seit August 2013 erhalten Eltern, die für ihre U3-Kinder weder einen Kita-Platz noch eine staatlich geförderte Tagesmutter in Anspruch nehmen, pro Kind 100 Euro Betreuungsgeld pro Monat. Ab August dieses Jahres gibt es 150 Euro. Das Geld darf ab dem 15. und bis zum Ende des 36. Lebensmonats des Kindes vom Landkreis gezahlt werden. „Bis einschließlich des 14. Monats können die Eltern das so genannte Elterngeld in Anspruch nehmen“, sagt Hartwig. Weil die Höhe des Einkommens bei der Bewilligung des Betreuungsgeldes keine Rolle spielt, kann die Fachbereichsleiterin nichts dazu sagen, welchen sozialen Hintergrund die Menschen haben, die diese Unterstützung beantragen.

Nach dem Zensus vom Mai 2011 leben im Landkreis Gifhorn rund 4300 Kinder, die jünger als drei Jahre sind. Das heißt, dass rund sieben Prozent der möglichen Klientel das Betreuungsgeld beantragt haben. Innerhalb der Gesamtbevölkerung im Landkreis Gifhorn sind demnach 2,5 Prozent unter drei Jahren. In der Stadt Wolfsburg wurden 2780 Kleinkinder unter drei Jahren gezählt. Die machen 2,3 Prozent aller knapp 120 000 Wolfsburger aus. In der VW-Stadt haben bis Anfang Januar 168 Eltern das U3-Betreuungsgeld beantragt. Das entspricht einer Quote von etwas mehr als sechs Prozent.

Von Jens Schopp

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