Gifhorner Verkehrsexperte arbeitet beim Verkehrsgerichtstag an Maßnahmen im Radverkehr

Sicherheit an oberster Stelle

Sicherheit für Fahrradfahrer war ein wichtiges Thema beim Verkehrsgerichtstag in Goslar. Foto: dpa
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Sicherheit für Fahrradfahrer war ein wichtiges Thema beim Verkehrsgerichtstag in Goslar.

Gifhorn. Fahreignungstests für Senioren, Smartphonenutzer am Steuer und polizeiliche Verkehrskontrollen: Beim Verkehrgerichtstag in Goslar werden schwerwiegende Problematiken im Straßenverkehr thematisiert und wichtige Signale an die Politik gesendet.

Winfried Enderle, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizei Gifhorn, war dabei und hat im Arbeitskreis „Radverkehr“ mitgewirkt.

„Insgesamt warend rund 2000 Teilnehmer beim Verkehrsgerichtstag“, berichtet Enderle. „In jedem der acht Arbeitskreis also etwa 250 Leute. Mit dabei sind Polizisten, Richter oder Vertreter verschiedener Vereine und Verbände.“ Dabei würden die Themen in den Arbeitskreisen so weitreichend bearbeitet, dass sich jeder irgendwo darin wiederfindet. „So haben wir uns etwa auch mit der Unfallgefahr für Radfahrer durch abbiegende Lkw beschäftigt. Erst 2015 hat es einen solchen Unfall in Gamsen gegeben“, erinnert sich Enderle. Lösungsansätze für die Problematiken werden im Plenum diskutiert: zusätzliche Spiegel, um den toten Winkel zu minimieren, Erkennungssysteme, die vor Radfahrern warnen, oder ein Assistent, der bei gesetztem Blinker und ab einem gewissen Lenkrad-Einschlagswinkel den Lkw auf Schrittgeschwindigkeit herunterbremst. „Wie letzterer allerdings genau funktionieren soll, ist mir schleierhaft“, meint Enderle. „Der wird doch dann entweder abgeschaltet oder führt eventuell sogar noch dazu, dass Lkw-Fahrer keinen Blinker mehr setzen.“

Dennoch – Praxisbezug sieht der Verkehrsexperte bei der Tagung definitiv. „Dafür sind einfach auch zu viele Leute da, die mit den Themen jeden Tag konfrontiert werden. Und die haben dann auch noch ein Privatleben, in dem sie meist noch einen anderen Blickwinkel haben.“ Außerdem setze die Politik häufig die Vorschläge des Verkehrsgerichtstags um, was die Praxistauglichkeit beweise.

Den Auftakt zur themenbezogenen Arbeit stellen Vorträge dar. „In unserem Arbeitskreis hat etwa der Leiter der Fahrradstaffel in Berlin einen Einblick in seine Arbeit gegeben und damit dazu beigetragen, dass der Verkehrsgerichtstag ja auch die Aufstellung einer Fahrradstaffel in größeren Stadten oder Städten mit ausgeprägtem Fahrradverkehr empfiehlt“, sagt Enderle.

Auch das Thema Radwege fand beim Verkehrsgerichtstag Beachtung. „Als Fazit wurde hier festgehalten, dass sichere Radwege geschaffen werden sollen und dass entsprechende Richtlinien verbindlicher werden sollen“, fasst Enderle zusammen. „Die Verkehrsführung soll einfach, selbsterklärend und vor allem sicher sein.“ Oftmals gäbe es allerdings Probleme an bestehenden Straßen. „Die sind oft einfach zu schmal für einen Fußweg und zusätzlich noch einen breiten Radweg. Ein gemischter Fuß- und Radweg hingegen birgt die Gefahr, dass Radfahrer nicht genug auffallen und übersehen werden“, sagt der Sachbearbeiter. „Alles nicht ganz einfach.“

Insgesamt zieht Enderle für seinen ersten Verkehrsgerichtstag eine sehr positive Resonanz: „Ich möchte gern im nächsten Jahr wieder hin.“

Von Dennis Klüting

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