Sicherheit mit Augenmaß

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Der Metalldetektor zeigt links an der Leiste an, wo sich am Körper noch Metall befindet.

Gifhorn - Von Carola Peiser. In ziemlich erstaunte Gesichter schauten die beiden Justizbeamten, als sie gestern Morgen die Besucher des Amtsgerichtes Gifhorn auf Waffen oder andere Gegenstände mit Bedrohungspotenzial überprüften.

Dafür mussten alle ihre Hosen- oder Jackentaschen leeren, Beutel, Schlüsselbund oder die komplette Handtasche landeten in einer Box, die von der Justizfachfrau untersucht wurden, während der Besucher durch einen Metalldetektorrahmen gehen musste. Eine so genanntes Lauflicht an der Seite des Gerätes zeigte an, wo sich noch Metallgegenstände am Körper befinden. Auch ein beweglicher Detektor steht den Beamten zur Verfügung.

„Wir nehmen diese Probeeinlasskontrollen mehrmals im Jahr stichprobenartig vor“, erklärt Dr. Heinold Willers, Direktor des Amtsgerichtes. Das sei notwendig. Immerhin erhalte man mindesten vier bis fünf Mal im Jahr Hinweise von Rechtsanwälten, der Polizei oder aus dem privaten Bereich, dass bei einer Verhandlung die Emotionen hochkochen könnten. „Wir wollen natürlich vorbeugen, dass etwas passiert. Dabei erhält unser Wachpersonal auch schon mal Unterstützung von der Polizei. Wir überprüfen auch einzelne Personen, wenn wir gezielt Hinweise erhalten“, so Willers.

Das Amtsgericht ist nicht die einzige Institution, die stichprobenartig kontrolliert. In ganz Deutschland werden diese Maßnahmen vorgenommen. Willers: „Wir sind nur ein Beispiel vor Ort. Aber jeder kennt die Schlagzeilen aus den Gerichten. Wir möchten mit Augenmaß mehr Sicherheit im Gebäude herstellen und jedem Einzelnen - nicht nur unseren Mitarbeitern - Schutz bieten.“

Die Justizfachleute erhalten eigens dafür eine Schulung, die 30 Stunden im Jahr umfasst. Dazu gehört unter anderem die Ausbildung an der Waffe, wie beispielsweise dem Schlagstock. Dazu kam es gestern nicht. Dennoch wurden Messer oder andere Gegenstände, die eine Waffe darstellen könnten, so lange konfisziert, bis der derjenige das Amtsgericht wieder verließ. Messer mit einer Klinge von über zehn Zentimetern werden allerdings genauso wenig wieder ausgehändigt, wie illegale Waffen.

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