Landwirte im Landkreis sollen eigene Maßnahmen gegen Vogelgrippe treffen

Selbstschutz statt Stallpflicht

Muss Geflügel wegen der Vogelgrippe zwingend in den Stall? Eine Stallpflicht gibt es im Landkreis Gifhorn noch nicht, Kreisveterinar Dr. Mario Ruppert appelliert aber an die Landwirte, selbst für ausreichenden Schutz zu sorgen. Foto: dpa
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Muss Geflügel wegen der Vogelgrippe zwingend in den Stall? Eine Stallpflicht gibt es im Landkreis Gifhorn noch nicht, Kreisveterinar Dr. Mario Ruppert appelliert aber an die Landwirte, selbst für ausreichenden Schutz zu sorgen.
  • Dennis Klüting
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Landkreis Gifhorn. Die Vogelgrippe greift in Norddeutschland um sich. Auch Landwirte im Landkreis Gifhorn sollen Vorsichtsmaßnahmen treffen.

Laut Kreisveterinär Dr. Mario Ruppert gibt es im Landkreis zurzeit noch keine Verdachtsfälle. 

Die Pressestelle des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums bestätigt diese Aussage durch eine Grafik: In dieser wird dargestellt, in welchen Landkreisen bereits Maßnahmen benötigt und ausgeführt werden. Eine gedachte Linie wird dabei von Diepholz nach Stade gezogen, da bereits alle westlich davon liegenden Landkreise eine Stallpflicht verhängt haben, während die südöstlich gelegenen Landkreise Niedersachsens entweder keine Informationen darüber vorgelegt haben oder keine Aufstallung benötigen.

Eine Stallpflicht sei im Landkreis Gifhorn vorerst nicht geplant, sagt Ruppert: „Die Betriebe müssen sich selbst schützen, und wir erwarten, dass sich jeder an die entsprechenden Vorschriften hält.“ Denn neben Schutzkleidung in den Ställen und dem gründlichen Waschen des Schuhwerks gibt es viele weitere Schutz-Optionen. „Wichtig ist“, so Ruppert, „dass die Geflügelhalter diese Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.“

Ein großes Risiko geht laut Ruppert vom momentanen Vogelflug aus. Daher ist es wichtig, die Futter- und Einstreulager effektiv vor Vogeleinflug und Verunreinigungen schützen. Die Vögel reisen über Deutschland und lassen dabei überall ihren Kot fallen – ein Infektionsrisiko. Ruppert betont, dass es beim Thema Seuchen wichtig sei, sich stets zu informieren, um auf dem aktuellsten Stand zu bleiben.

Auch Klaus-Dieter Böse, Geschäftsführer des Landvolk-Kreisverbands Gifhorn-Wolfsburg sieht die mögliche Bedrohung für die Region. „Eine Gefahr besteht überall, wo Zugvögel entlangfliegen, also natürlich auch bei uns“, sagt Böse. Seinen Unterlagen zufolge gibt es im Landkreis Gifhorn rund 489 000 Masthähnchen und etwa 50 000 Legehennen. Er sieht eine Stallpficht durchaus als effektive Maßnahme gegen die Verbreitung der Krankheit. „Dennoch ist das für die Tiere, die es gewohnt sind, auch außerhalb des Stalls herumlaufen zu können, eine suboptimale Lösung.“ Böse hofft stark, dass die Krankheit am Landkreis Gifhorn vorüberzieht.

Diesen Optimismus teilt Hähnchenmäster Rainer Wendt aus Zahrenholz gar nicht: Er sieht eine größere Gefahr und hofft auf die Stallpflicht.

Von Alina Pleuß und Dennis Klüting

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