Jägerschaft Gifhorn zieht Bilanz in Wesendorf

Schweinepest als Gefahr

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Erneut wurden zahlreiche Mitglieder der Jägerschaft zu Ehrenmitgliedern ernannt, worüber sich der Vorsitzende Ernst-Dieter Meinecke und Landrat Dr. Andreas Ebel sehr freuen. 

Wesendorf. Unzählige Trophäen von Rot-, Reh- und Schwarzwild, ein volles Haus gefüllt mit Jagdgenossen sowie Jagdhornklänge der feinsten Art machten am Freitagabend im Kulturzentrum von Wesendorf deutlich, welchen Stellenwert die Jagd im Landkreis Gifhorn hat.

Der Vorsitzende der Jägerschaft Gifhorn, Ernst-Dieter Meinecke, begrüßte die vielen Grünröcke und Gäste, darunter Landrat Dr. Andreas Ebel sowie die Landtagsabgeordneten Tobias Heilmann (SPD) und Imke Byl (Grüne).

Das Parforcehorn-Bläsercorps Gifhorn unter Leitung von Günther Kaufmann würdigte mit waidmännischen Klängen die Verstorbenen. „Es gehört schon zur guten Tradition, dass die Jägerschaft Gifhorn ihre Mitgliederversammlung in Wesendorf abhält und damit einen geeigneten Mittelpunkt mit Wesendorf als Ausrichtungsort findet“, freute sich Samtgemeindebürgermeister René Weber in seinem Grußwort.

Landrat Ebel ging zunächst auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) ein und zeigte sich enttäuscht darüber, dass diese Krankheit noch nicht nachhaltig in den Köpfen der Bevölkerung verankert sei. Sie stelle eine sehr große Bedrohung für die Wirtschaft dar, sollte sie ihren Weg in unsere Region finden. Deshalb plädierte der Landrat für radikale Verminderung der Wildschweinbestände und regte zu Präventionsmaßnahmen an. Aber auch die Wildunfälle in nie da gewesenen Größenordnungen akzeptierte Dr. Ebel nicht und wies daraufhin, an den Gefahrenstellen die blauen Reflektoren anzubringen, die auch vom Landkreis finanziell bezuschusst werden. Zudem bestehe noch großer Handlungsbedarf bei invasiven Wildbeständen, unter anderem beim Nutria, Waschbär oder Marderhund, betonte der Landrat und verwies auf die sogenannten Schwanzprämien, die durch den Landkreis gezahlt werden.

„Jagd und Landwirtschaft gehören zweifellos zusammen und bleiben so lange gut, wie wir unser Eigentum behalten“, sagte Kreislandwirt Werner Warnecke und brachte damit zum Ausdruck, dass man seitens der EU und des Bundes den Landwirten nicht noch mehr Land wegnehmen dürfe, um es zu Landschaftsschutzgebieten zu erklären. Auch Warnecke wies auf die Folgen der ASP hin.

Auszug aus dem Streckenbericht

Schalenwild:

Rotwild: 364 Stück (davon 12 Stück Fallwild)

Damwild: 242 (27)

Schwarzwild: 3519 (164)

Rehwild: 5462 (1037)

Haarwild:

Fuchs: 1499 (179)

Steinmarder: 141 (31)

Dachs: 379 (104)

Waschbär: 271 (14)

Marderhund: 389 (39)

Nutria: 1716 (39)

Federwild:

Ringeltaube: 777 (39)

Stockente: 1057 (14)

Rabenkrähe: 1283 (20)

Und der Landtagsabgeordnete Heilmann, der auch Mitglied im Landwirtschaftsausschuss und Jagdausschuss des Landesparlaments ist, erinnerte an die Grundsätze der Jagdausübung durch die Jäger, die als ein Teil ländlicher Traditionen auch weiterhin Anerkennung finden müsse.

Der Vorsitzende Meinecke ließ das Jagdjahr im Landkreis Gifhorn Revue passieren und ging dabei auf das zukünftig geänderte Jagdgesetz ein, das für eine bundesweite Vereinheitlichung der Jägerprüfung, einen einheitlichen Schießnachweis und für einen geregelten Einsatz der Jagdmunition ohne Blei stehen wird. Zudem berichtete Meinecke, dass die Sanierung des Schießstandes in Westerbeck in diesem Jahr begonnen und rund 260 000 Euro kosten werde. Die Landesjägerschaft wird sich daran mit 100 000 Euro und der Landkreis Gifhorn mit 30 000 Euro beteiligen, sagte Meinecke und dankte dem Landrat dafür.

Die Beiträge wurden von bisher 70 Euro auf nunmehr 95 Euro angehoben. Ferner erwähnte der Vorsitzende, dass es zurzeit 12 Bläsergruppen mit rund 160 Bläsern in der Jägerschaft gebe, die Hundeausbildung bestens geregelt sei und das nun auch offiziell ein Wolfsrudel im Bereich des ehemaligen Truppenübungsplatz Ehra-Lessien registriert sei. Schatzmeister Joachim Fricke berichtete, dass die Jägerschaft Gifhorn zurzeit über 1902 Mitglieder, was einem Plus von 24 Mitgliedern entspreche, verfüge und damit gut aufgestellt sei. Aufgrund des Kassenprüfberichts von Ernst Schmolke wurde dem gesamten Vorstand einstimmig Entlastung erteilt.

Kreisjägermeister Jürgen-Hinrich Kohrs verlas den Streckenbericht und kritisierte die sehr hohen Rotwildbestände, den zu hohen Anteil an Fallwild beim Rehwild und forderte die Jäger auf, den erheblich angestiegenen Bestand an Schwarzwild drastisch zu verringern. Auch Kohrs wies darauf hin, Vorsorge zu treffen, damit die ASP nicht erst in die Wildbestände gelangt. Die Strecken wurden durch die Bläsergruppe verblasen. Auch konnten wieder zahlreiche Ehrungen, Anerkennungen und Auszeichnungen vorgenommen werden.

Von Hans-Jürgen Ollech

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Unter anderem wurden geehrt

50 Jahre Mitgliedschaft:
Martin Camehl aus Wittingen, Hans-Dieter Dralle aus Schwülper, Konrad Ebeling aus Sprakensehl, Ernst Elster aus Wittingen, Heinrich Hacke aus Seershausen, Jürgen Hildebrand aus Wahrenholz, Karl Peter Ludwig aus Eischott, Carsten Meyer aus Wahrenholz, Gerhard Müller aus Sprakensehl, Axel Nitsch aus Reher, Helmut Rode aus Abbesbüttel, Gerhard Siewert aus Ummern

60 Jahre Mitgliedschaft:
Eberhard Asche-Baumgarten aus Leiferde, Karl Brockkötter aus Steinhorst, Bernhard Gädecke aus Brome, Host Lacü aus Dagebrück, Gernot Lemke aus Bokensdorf, Lothar Mai aus Schönewörde, Heinrich Meyer-Borstel aus Gifhorn, Harry Oschatz aus Transvaal, Karl Ramme aus Bokensdorf, August Rautenberg aus Volkse, Friedrich Ritzmann aus Jembke, Friedrich Schulze aus Wiswedel, Günter Windolf aus Gifhorn 

65 Jahre Mitgliedschaft:
Heinrich Heine aus Boitzenhagen, Fritz Hempel aus Neubokel, Ernst Heumann-Gaus aus Wedesbüttel, Ernst Schorling aus Ohrdorf 

Ehrenmitgliedschaft:
Hans-Otto Ahrens aus Meinersen, Wilhelm Bindig aus Wesendorf, Lothar Führer aus Müden, Wilhelm Gottfried aus Leiferde, Alfred Gruß aus Schwülper, Heinrich Holste aus Schwülper, Horst Köllner aus Dedelstorf, Hermann Lenz aus Vordorf, Gustav Möhle aus Ribbesbüttel, Horst Niebuhr aus Wahrenholz, Hermann Oltrogge aus Celle, Walter Overbeck aus Wittingen, Eitel Riemer aus Ilkerbruch, Fritz Schiller aus Steinhorst, Heinz Schütte aus Rühen, Georg Steinke aus Gilde, Karl-Heinz Steinmetz aus Hillerse, Heinrich-Wilhelm Suhl aus Parsau, Willi Ziegenbein aus Tiddische

Verdienstabzeichen für Hundeführer:
Simone Baway aus Gifhorn, Elmar Bode aus Wedesbüttel, Karl-Heinz Döweling aus Leiferde

LJN-Ehrennadel für 20 Jahre Jagdhornblasen:
Thomas Meier aus Gerstenbüttel, Thomas Meier aus Langenklint, Uwe Morgenstern aus Meinersen, Thorsten Schäfer aus Müden

LJN-Verdienstabzeichen in Bronze:
Eckhard Schrader aus Wolfsburg, Hans-Andreas Hetnecke aus Barwedel, Hans-Wilhelm Salge aus Wahrenholz

LJN-Verdienstplakette in Bronze:
Jürgen Wagner aus Gifhorn, Hartmut Röling aus Räderloh

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