Zahl der Verkehrstoten kreisweit auf 19 gestiegen / Polizei plant mehr Kontrollen

Schwarzes Unfalljahr 2012

Mehr Präsenz an Unfallschwerpunkten will die Polizeiinspektion Gifhorn in diesem Jahr zeigen, etwa mit Tempokontrollen. Foto: dpa

Landkreis Gifhorn. Die Polizei blickt auf ein schwarzes Jahr bei den Unfallzahlen im Landkreis Gifhorn zurück. 2012 gab es insgesamt 19 Verkehrstote, fünf mehr als im Jahr zuvor.

Zudem wurden bis Ende November – neuere Zahlen liegen noch nicht vor – kreisweit 108 Menschen bei Verkehrsunfällen schwer verletzt. Das bedeutet einen leichten Rückgang gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres, als 123 Schwerverletzte gezählt wurden.

„Die Entwicklung bei den Verkehrstoten ist sehr unerfreulich“, sagt Thomas Reuter, Sprecher der Polizeiinspektion Gifhorn, im IK-Gespräch. Dennoch gelte es diese Statistik zu relativieren. „Jeder Unfalltote ist einer zu viel, aber wenn man die vergangenen zehn Jahre als Maßstab nimmt, bedeuten 19 einen Mittelwert“, sagt Reuter. Die 14 Unfallopfer von 2011 seien eine der niedrigsten Zahlen gewesen, die die Polizeiinspektion je verzeichnet habe.

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen im Kreis habe es 2012 kein einheitliches Muster gegeben. So hätten sich die Unglücke zu völlig unterschiedlichen Uhrzeiten und an verschiedenen Stellen im Landkreis ereignet. „Es gab keine Unfallschwerpunkte. Im Gegenteil: Die Unfälle sind an bislang unauffälligen Stellen passiert“, berichtet Reuter.

Auch bei den Ursachen sei das Bild sehr uneinheitlich: Außer Unaufmerksamkeit hätten Sekundenschlaf am Steuer und Fehler beim Überholen eine Rolle gespielt. Überhöhte Geschwindigkeit sei dagegen nur in ganz wenigen Fällen die Ursache tödlicher Unfälle gewesen, betont der Polizeisprecher. Wildwechsel habe lediglich bei einem Unfall eine Rolle gespielt: Im Oktober wollte eine 18-Jährige auf der B 244 bei Alt-Isenhagen einem Tier ausweichen, ihr Auto prallte dabei gegen einen Baum (das IK berichtete). „Das waren alles unglückliche Zufälle und keine typischen Unfallmuster, die man aus polizeilicher Sicht bekämpfen könnte“, bilanziert Reuter.

Für 2013 hat sich die Polizeiinspektion vorgenommen, die Geschwindigkeitskontrollen zu verstärken. „Wir werden jetzt auswerten, wo sich im Kreis folgenschwere Unfälle ereignet haben. Dort werden wir erhöhte Präsenz zeigen“, kündigt Reuter an. Das werde vor allem außerhalb geschlossener Ortschaften sein, denn dort passierten die meisten Unfälle. Darüber hinaus werde die Polizei ihre Schwerpunktkontrollen auf Alkohol und Drogen fortsetzen.

Von Bernd Schossadowski

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