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Polizei Gifhorn gibt Hinweise: Schutz vor Taschendieben

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Von: Pascal Patrick Pfaff

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Polizeiinspektion Gifhorn informiert über Taschendiebstähle und die Prävention dagegen
Erklärten, wie man sich vor Taschendieben schützen kann: Christoph Hänsel (v. l.), Liane Jäger und Klaus Ahne von der Polizei in Gifhorn. © Pfaff, Pascal Patrick

Taschendiebstähle beziehungsweise der Diebstahl von Debit- und Kreditkarten werden im Vergleich zum Corona-Jahr 2021 wieder häufiger, wie die Polizei Gifhorn für den Landkreis prognostiziert. Genaue Zahlen kann sie für das Jahr 2022 nicht nennen, Präventionstipps und Verhaltensempfehlungen für den Notfall dagegen umso mehr.

Landkreis Gifhorn – „Letztes Jahr wurden 61 Fälle von Taschendiebstahl im Landkreis angezeigt, doch die Dunkelziffer dürfte hoch sein. Möglich, dass sich die genannten Zahlen in 2022 aber verdoppeln könnten, weil wieder mehr Kontakte möglich sind“, so die Einschätzung von Christoph Hänsel von der Polizei Gifhorn.

Als Experte für Eigentumsdelikte weiß er, wie und wo sich die Taten in den meisten Fällen abspielen: „Oft sind die Opfer Senioren, die ihr Portemonnaie leider nicht an oder in ihrer Kleidung tragen, sondern für jeden sichtbar offen im Einkaufswagen oder -korb.“ Tatort seien häufig Supermärkte und Discounter. Zu den Maschen der Täter gehöre es zum Beispiel, ihre Opfer abzulenken – etwa, indem man sie ins Gespräch verwickelt, sich über den Einkaufswagen bückt und währenddessen einen Komplizen die Tasche stehlen lässt.

„In vielen Fällen denken die Leute, ihnen sei die Tasche oder das Portmonee verloren gegangen oder sie hätten es beim Bezahlen vergessen. Dass sie Opfer eines geschickten Trickdiebstahls geworden sind, haben sie gar nicht auf dem Zettel“, so Hänsel. Es sei demnach wichtig, dass sich jeder Bestohlene und jeder, der einen Diebstahl beobachtet hat, zeitnah bei der Polizei meldet. Hänsel: „So können wir schnell reagieren.“

Liane Jäger vom Präventionsteam der Polizei machte in diesem Kontext auf den Plakataushang für Supermärkte aufmerksam, der die von Hänsel angesprochen Hinweise zusammenfasst (siehe Foto). „Wir würden uns freuen, wenn das nicht nur auf dem schwarzen Brett der Filialen hängt, sondern es dort zusätzlich auch Lautsprecherdurchsagen und Infoscreens gebe, die über das Phänomen ‘Taschendiebstahl’ aufklären.“

Was die Bürger selbst machen können, um die Wahrscheinlichkeit eines Diebstahls zu minimieren, das erklärt Jäger auch. In Stichpunkten heißt es von ihr, man solle vor einer Tat unter anderem

• alle persönlichen Dokumente fotografieren

• auf Tricks eingestellt sein, das heißt hellhörig werden, wenn man angerempelt oder bedrängt wird

• Wertsachen in Kleidungsinnentaschen und dicht am Körper tragen

• Einkaufswagen nie den Rücken zudrehen oder allein im Gang stehen lassen

• die eigene IBAN, Geldkartennummer und Karten-Folgenummer (eine Ziffer zwischen 0 und 9) kennen, weil dies der Polizei bei der Suchfahndung hilft (unter anderem nach gestohlenen Debitkarten)

• die Geheimzahl der Geldkarte nirgendwo notieren oder anderweitig preisgeben, sondern im Kopf behalten

• bei Diebstahl des Handys die IMEI-Nummer kennen, um das Telefon orten zu können (über das Tastenfeld mit der Kombination *#06# abzurufen)

Maßnahmen nach einer Tat können laut Jäger diese sein:

• Karte beim Geldinstitut sperren lassen – und bei der Polizei als gestohlen melden, da nur so die Karte auch für das Lastschriftverfahren blockiert ist

• um Debit- oder Kreditkarte zu sperren, die kostenfreie Telefonnummer 116 116 anrufen (aus dem Ausland die 049 vorweg)

• bei Verständigungsschwierigkeiten kann auch das Fax zur Kartensperrung genutzt werden (das Dokument ist im Internet etwa unter kartensicherheit.de abzurufen, Faxnummer: 116 116)

• bei Verlust des Handys dieses beim Provider sperren lassen

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