Nach Unfall bei Neudorf-Platendorf: Landkreis und Polizei sehen kein grundsätzliches Risiko

Nach Unfall mit "aufgespießtem" BMW: Sind Leitplanken Schutz oder Gefahrenquelle?

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Bei einem Unfall am Sonntag in Neudorf-Platendorf wurde ein BMW von einer Leitplanke regelrecht aufgespießt.

sts Neudorf-Platendorf. Nach dem schweren Unfall am Sonntagmorgen in Neudorf-Platendorf (das IK berichtete) sind mittlerweile drei der vier verletzten Insassen aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das teilte die Polizei Gifhorn auf IK-Anfrage mit.

Kaum zu glauben – wurde der verunglückte BMW doch von einer Leitplanke regelrecht aufgespießt. Dass das Fahrzeug überhaupt von der Leitplanke durchbohrt werden konnte, könnte damit zusammenhängen, dass diese nicht – wie in den meisten Fällen üblich – im Boden versenkt war, sondern entlang der Ausfahrt mittel eines Bogens ausgerundet war. Kann die Schutzvorrichtung Leitplanke mitunter also auch zum Sicherheitsrisiko werden?

Auf IK-Anfrage teilt Landrat Andreas Ebel mit, dass man gemäß den aktuellen Richtlinien für sogenannte Fahrzeug-Rückhaltesysteme auf eine solche Ausrundung verzichten würde, und stattdessen eine Schutzplanke mit Langabsenkung verwenden würde. Allerdings: „Die bauliche Anordnung entsprach zum Zeitpunkt der Errichtung dem Stand der Technik“, betont Ebel.

„Grundsätzlich sollen Leitplanken einen zusätzlichen Schutz bieten und nicht ein zusätzliches Sicherheitsrisiko darstellen“, sagt Ebel. Ob allerdings durch eine Langabsenkung „eine deutliche Reduzierung des eingetretenen Schadenumfanges hätte erreicht werden können“, sei nicht festzustellen. Angesichts der überhöhten Geschwindigkeit des verunglückten Fahrers – er war laut Polizei mit nicht angepasstem Tempo bei winterlichen Witterungsverhältnissen unterwegs – weist Ebel zudem auf gewisse Einsatzgrenzen der Schutzvorrichtungen hin.

Thomas Reuter, Sprecher der Gifhorner Polizei, bewertet den Unfall am Sonntag als Einzelfall. Ihm seien keine vergleichbaren Meldungen, bei denen Leitplanken zu Gefahrenquellen für Autofahrer wurden, bekannt. „Normalerweise passiert an diesen Stellen weniger“, sagt Reuter. Lediglich im Zusammenhang mit Motorradfahrern würde die Höhe der Schutzplanken diskutiert.

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