Verzögerung bei Giffinet im Gifhorner Nordkreis

Schnelles Internet braucht noch länger

Glasfaserleitungen verlaufen in einem Graben.
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Im Gifhorner Nordkreis liegen die Leitungen längst, doch für den Glasfaserbetrieb gibt es technische Probleme.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Isenhagener Land – Rund 2000 Haushalte im Nordkreis warten auf ihren Breitbandanschluss – jetzt müssen der Landkreis Gifhorn und der Betreiber net services einräumen, dass der bisherige Zeitplan nicht zu halten ist. Ein Teil der Kunden soll bis Weihnachten eine fertige Glasfaserleitung haben, die anderen müssen wohl noch länger warten.

In einer gemeinsamen Mitteilung begründeten net services und der Landkreis am Mittwoch die Verzögerung beim Giffinet-Projekt mit Mängeln in der bisher geschaffenen passiven Infrastruktur. Demnach wurden diese Probleme Anfang September bei einer Besichtigung der Knesebe-cker Verteilstation, die am 27. August mit einem Testlauf in Betrieb genommen worden war, festgestellt.

Welcher Art diese Mängel genau sind, das wurde nicht erläutert – nur, dass sie „einem nachhaltigen, sicheren und störungsfreien Betrieb im Wege stehen“. Warum das Ganze erst nach fast zweieinhalb Monaten kommuniziert wird, blieb ebenfalls offen.

Beim ersten Vermarktungsgebiet geht es um die weißen Flecken in den Gebieten Wittingen, Hankensbüttel, Sprakensehl und Obernholz. Bauherr des Netzes ist der Landkreis Gifhorn. Pächter und Betreiber net services mit seiner Marke Giffinet wollte eigentlich im September und Oktober weitere Kunden aufschalten.

Der Landkreis Gifhorn habe „umgehend die Hersteller und zuständigen Unternehmen zur Behebung der Mängel aufgefordert“, hieß es am Mittwoch. „Solange die Mängel nicht behoben worden sind, können wir das Netz nicht abnehmen und auch keine weiteren Kunden auf das Netz nehmen“, erklärt Dirk Moysich, Geschäftsführer von net services. „Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten, da uns sehr wohl bewusst ist, wie sehr vor allem die unterversorgten Haushalte einen schnellen Internetanschluss ersehnen.“

Die Mängel, die einer Inbetriebnahme im Wege stehen, sollen nun bis spätestens Ende November behoben sein. „Der Landkreis arbeitet eng mit dem Netzbetreiber zusammen, um die Aufschaltung der gut 2000 wartenden Breitbandkunden zu beschleunigen“, sagt der Erste Kreisrat Dr. Thomas Walter. „Als Netzeigentümer haben wir ein hohes Interesse daran, dass die verbaute Technik langfristig keinen Schaden trägt, können aber gleichwohl die dringende Notwendigkeit des Glasfaseranschlusses aus erster Hand nachvollziehen.“

Nach mehreren Gesprächen in den letzten Tagen sollen nun möglichst viele Kunden bis Weihnachten angeschlossen werden, hieß es.

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