Schneller Sanierungsstart möglich / Nordkreis-Strecken im Blick

Kreistag entscheidet über Programm zur Verbesserung der Kreisstraßen

Keine Flickschusterei mehr: Der Kreis Gifhorn möchte groß angelegt die Kreisstraßen sanieren.
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Keine Flickschusterei mehr: Der Kreis Gifhorn möchte groß angelegt die Kreisstraßen sanieren.
  • VonMatthias Jansen
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Landkreis Gifhorn. Wenn es auf den Straßen holpert, dann ist der Landkreis Gifhorn erreicht. Spötter behaupten, die hiesige Region wäre schon am schlechten Zustand der Verkehrsinfrastruktur zu erkennen.

„Die Kreisstraßen sind in einem verbesserungswürdigen Zustand“, weiß Landrat Andreas Ebel, der die Sanierung der Fahrbahnen als Ziel ausgibt. Nur so könnte die wirtschaftlich gute Situation im Kreis bewahrt, die Menschen im ländlichen Raum gehalten werden. Heute (ab 15 Uhr) wird der Kreistag über den Eckwertebeschluss für den Haushalt entscheiden, der ein Förderprogramm in Höhe von 35 Millionen Euro für die Straßensanierung in den Jahren 2017 bis 2026 vorsieht.

„Das ist eine stattliche, finanzielle Belastung“, gesteht Ebel. Allerdings scheint das Großprojekt, das über weitere Schulden finanziert werden müsste, konkurrenzlos. In seinem Vorschlag erklärte Bauamtsleiter Alexander Wollny, nach der Sanierung solle keine Straße mehr die Zustandsnote 4,5 und schlechter haben. Nach Auskunft der CDU-Kreistagsfraktion werden 24 Fahrbahnen im Kreisgebiet mit den schlechtesten Noten 4,5 oder 5 bewertet. Für die Sanierung dieser zwei Dutzend Straßen müssten bereits 16 Millionen Euro eingeplant werden. Das Programm des Landkreises sieht vor, das Niveau der 420 Kilometer Kreisstraßen samt Ortsdurchfahrten erst einmal auf das Niveau von 2,8 anzuheben. Eine ständige Flickschusterei an den Fahrbahnen soll damit nicht mehr betrieben werden.

Um die Straßen auf einem Top-Zustand zu bringen und einen „Lebenszyklus“ von 60 bis 80 Jahren bis zur nächsten Grundsanierung einzuhalten, müsste der Kreis insgesamt schon 675 Millionen Euro investieren. Auf 60 Jahre gerechnet wären dies 11,25 Millionen Euro im Jahr. „Das ist aber unrealistisch“, so Wollny. Bliebe der Landkreis bei den bisherigen Ausgaben (1,94 Millionen Euro) für die Investitionen im Straßenbau, rechnet der Bauamtsleiter vor, würde sich der „Lebenszyklus“ einer Straße bis zur nächsten Sanierung auf 349 Jahre erhöhen.

Laut Aussage der Verwaltung würden erst einmal die Straßen in den Blick genommen werden, deren Sanierung wegen eines zu geringen Verkehrsaufkommens zunächst nicht geplant war. Vor allem Strecken im Nordkreis, so Ebel, können davon profitieren. Sollte das Programm beschlossen werden, will der Landkreis zügig mit der Umsetzung beginnen. „Der schnelle Einstieg ist möglich. Die Sanierung der Fahrbahndecken ist nicht genehmigungspflichtig“, sagte Wollny.

Von Matthias Jansen

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