Landesforsten stellen im Kreis Gifhorn 40 Notfallschilder auf / Übung bei Unterlüß

Schnelle Rettung im Wald

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Am Waldpädagogikzentrum bei Unterlüß übten die Einsatzkräfte die Rettung von Verletzten nach einem Arbeitsunfall. Die Übung war Teil des Sicherheitskonzepts des Forstamtes.

Isenhagener Land/Unterlüß. Es kann ganz plötzlich passieren: Bei der Holzernte fallen Äste herab und können schwere Verletzungen an Kopf und Wirbelsäule verursachen. Oder ein Ausflügler stürzt im Wald und zieht sich Verstauchungen oder Knochenbrüche zu.

Bei Unfällen wie diesen ist eine schnelle Hilfeleistung unerlässlich. Deshalb stellen die Niedersächsischen Landesforsten jetzt flächendeckend in ihren Wäldern Notfall-Treffpunktschilder auf.

„Im Kreis Gifhorn soll das noch in diesem Jahr passieren“, kündigt Klaus Kahlstorf, Sicherheitsbeauftragter des Forstamtes Unterlüß an, das auch für die Landesforsten im Isenhagener Land zuständig ist. Etwa 40 der rot-weißen Schilder im einheitlichen Design sollen in Waldstücken der hiesigen Region angebracht werden, sagt Kahlstorf auf Anfrage des IK.

So sehen die Notfallschilder aus, die bereits im Kreis Celle aufgestellt wurden. Im Isenhagener Land sollen bis Jahresende 40 Schilder folgen.

Niedersachsenweit werden mehr als 2000 Notfall-Treffpunkte im Landeswald eingerichtet. Auf den Schildern steht eine individuelle Bezeichnung, die aus der Buchstabenkombination des zuständigen Landkreises – für Gifhorn also GF – und einer eigenen Nummerierung des Punktes besteht. Um eine schnelle Rettung zu garantieren, können in einem Notfall Mitarbeiter der Landesforsten oder Waldbesucher den Einsatzkräften über die Notrufnummer 112 die Treffpunktbezeichnung durchgeben. Den zuständigen Rettungsleitstellen steht ausführliches Kartenmaterial in Papier- und digitaler Form zur Verfügung, was ein zügiges Anfahren des Notfall-Treffpunktes durch Notarzt und Rettungsfahrzeug und von dort eine Weiterführung durch den Anrufer zum Unfallopfer ermöglicht. „Mit der Aufstellung der Notfall-Treffpunktschilder optimieren wir die schnelle Hilfeleistung bei Unfällen im Wald abseits von öffentlichen Straßen“, erklärt Kahlstorf. Bei einem Unglück zähle jede Sekunde. „Deshalb führen wir zusätzlich auch regelmäßige Rettungsübungen mit Leitstellen und Einsatzkräften durch, um die Versorgung und Bergung verunglückter Personen stetig zu verbessern.“

Eine solche Übung fand jetzt im Waldpädagogikzentrum Ost-heide bei Unterlüß statt. Beteiligt waren die Landesforsten, die Ortsfeuerwehr Unterlüß, der DRK-Kreisverband Celle und ein privater Rettungsdienst. Dabei wurde ein Arbeitsunfall simuliert: Eine Wirtschafterin zog sich bei einer Verpuffung in der Küche schwere Verbrennungen zu. Durch die Rauchentwicklung mussten zehn Schüler mit Rauchvergiftung und Schock evakuiert werden. Bereits wenige Minuten nach der Alarmierung erreichten die Einsatzkräfte den Notfall-Treffpunkt CE-009 vor Ort. Die „Verletzten“ wurden versorgt und in einem beheizten Zelt untergebracht.

Von Bernd Schossadowski

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