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Schloss Gifhorn: Aufräumen mit schwerem Gerät

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Die umgestürzte Weide am Gifhorner Schloss wurde gestern mit einem Kran beseitigt.
Die umgestürzte Weide am Gifhorner Schloss wurde gestern mit einem Kran beseitigt. © Ohse

Gifhorn, Das war denn doch ein wenig zu viel Grünzeug auf der Schlossrestaurant-Terrasse. Vor drei Wochen gegen 18. 30 Uhr krachte „dank“ Orkan Siegfried eine Weide am Ufer des Schlossgrabens auf den Außenbereich des Restaurants. Verletzt wurde niemand.

Gestern entfernten die Mitarbeiter der Haus- und Hofkolonne des Landkreises und der Kreisstraßen-Meisterei Meine mit Hilfe eines Schwerlastkrans den rund zwölf Meter hohen quer liegenden Baum. Und zur Bergung der insgesamt mit Wurzelwerk und anhängendem Erdreich sechs Tonnen schweren Weide war Präzisionsarbeit gefragt, denn der Bergungskran hievte das Gewächs zentimetergenau am gerade sanierten Torhaus vorbei auf den Schlosshof. Dort wurde das Gehölz an Ort und Stelle zerschreddert und abtransportiert. „Es lief alles so, wie wir uns das gedacht haben“, stellte Holger Schulz, Leiter der zentralen Gebäudewirtschaft im Landkreis fest.

Der sechs Tonnen schwere Baum auf der Terrasse schränkte den Restaurantbetrieb kaum ein.
Der sechs Tonnen schwere Baum auf der Terrasse schränkte den Restaurantbetrieb kaum ein. © Ohse

Der Baum wurde in drei Teile zersägt. Zuerst schwebte die Krone am Schloss vorbei, danach der Stamm und zuletzt die Wurzel, die allein rund drei Tonnen Zugkraft in Anspruch nahm. Sie bereitete auch als einziger Teil einen gewissen Beratungsbedarf. Denn einige Wurzeln waren noch fest im Boden verwachsen und mussten zunächst gekappt werden. Alternativ hätte man sie auch stehen lassen können, um das entstandene Loch zu füllen, doch die Verwaltung entschied, den umgestürzten Baum komplett zu entfernen.

Juri Drews befestigte die Ketten an die jeweiligen Baumteile, nachdem Joachim Zarlowski den Baum per Kettensäge geteilt hatte.

Nach der Bergung der Weide gab es noch „Schönheitsoperationen“. Zwei kleinere Weiden wurden per Kran ebenfalls entfernt. Eine größere Weide, die weiter hinten in den Graben umgeknickt war, soll demnächst geborgen werden. „Das passiert in Zusammenarbeit mit dem Aller-Ohre-Verband“, erklärte Schulz. Im Wasser lassen könne man den Baum nicht. Es sei ein Fischsterben zu befürchten, wenn zu viele Nährstoffe ins Wasser gelangten. Die Bewirtung auf der Terrasse ging während der letzten Wochen weiter. „Ich kann ja nicht wegen eines Baumes das Restaurant schließen“, meinte Betreiber Jörg Zentgraf. Eine Gefährdung der Gäste bestand nicht.

Die Kosten für die an der Terrasse angerichteten Schäden wird die Versicherung zahlen, die Kosten für den Einsatz des Kran, laut Schulz ein „knapper vierstelliger Betrag“, muss der Landkreis übernehmen. „Das fällt unter höhere Gewalt“, sagte Schulz.

Von Burkhard Ohse

Fotos von der Bergung

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