100 Autos, 4 Millionen Euro Schaden / 10 Festnahmen in Polen / Gifhorner Ermittler an Operation beteiligt

Schlag gegen Bande von Autodieben

Diesen „Teilemarkt“ fanden die Ermittler vor.
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Diesen „Teilemarkt“ fanden die Ermittler vor.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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bo Gifhorn/Braunschweig. In enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Braunschweig ist der Polizeiinspektion Gifhorn und anderen Dienststellen und Ermittlungsbehörden ein erfolgreicher Schlag gegen internationale Fahrzeugdiebe gelungen.

Nach achtmonatigen Ermittlungen wurden im Mai in Polen zehn Tatverdächtige im Alter von 22 bis 44 Jahren festgenommen. 17 Kraftfahrzeuge und zahlreiche weitere Beweismittel wurden beschlagnahmt.

Insgesamt werden den Tatverdächtigen zum gegenwärtigen Zeitpunkt rund 100 Kraftfahrzeugdiebstähle mit einem Schadensumfang von zirka 4 Millionen Euro zur Last gelegt. „Der Erfolg war nur möglich durch intensive Vernetzung aller beteiligten Dienststellen, national wie international“, sagte Polizeipräsident Michael Pientka gestern bei der Vorstellung der vorläufigen Ermittlungsergebnisse.

In den ersten acht Monaten des Jahres 2014 waren die Diebstähle von hoch- und neuwertigen VW-Bussen der Reihe T 5 im Bereich der Polizeidirektion Braunschweig sprunghaft auf 73 Fälle angestiegen. Im restlichen Niedersachsen gab es nur 39 derartige Taten. Auffällig war, dass in einer Nacht regelmäßig mindestens zwei T 5 in einem engen Tatortbereich gestohlen wurden. Die Polizeidirektion richtete eine Ermittlungsgruppe aus Beamten der Polizeiinspektionen Wolfsburg-Helmstedt, Braunschweig, Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel und Gifhorn ein, um die Serie aufzuklären. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig eröffnete ein Sammelverfahren wegen schweren Bandendiebstahls.

Nach Polizeiangaben gingen die Tatverdächtigen offensichtlich „hochprofessionell, äußerst konspirativ und mit großem technischen Know-how“ vor. Erste Kontakte zu polnischen Behörden hätten schnell zu weiteren Erkenntnissen geführt, die die Verdachtsmomente erhärteten. Das LKA Niedersachsen, das BKA und Europol wurden ebenso eingeschaltet wie polnische und schwedische Behörden.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Braunschweig erließ das Amtsgericht Wolfsburg schließlich neun „EU-Haftbefehle“ gegen polnische Staatsbürger und 21 Durchsuchungsbeschlüsse für Objekte in Polen sowie für eine Wohnung in Schweden.

Von Holger Boden

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