Wer den Schaden hat...

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Nach einem harten Winter müssen Autofahrer einfach mit Straßenschäden rechnen und ihr Fahrverhalten anpassen.

Landkreis Gifhorn - Von Carola Peiser. Schnee und Eis bringen vor allem eines mit sich: Straßenschäden. Wie mehrfach berichtet, ist davon auch der Landkreis Gifhorn nicht ausgenommen. Doch wer zahlt Schäden, die durch Schlaglöcher entstehen können? Und welche Fürsorge hat der Autofahrer selbst zu tragen?

Als Autofahrer selbst muss man sich darüber im Klaren sein, dass Städte/Samtgemeinden, der Landkreis oder der Bund nicht immer für Schäden haften. Zumal sich für diese mit dem Aufstellen von entsprechenden Hinweisschildern oder Geschwindigkeitsbegrenzungen die Rechtslage normalerweise geklärt hat. „Konkrete Forderungen von Bürgern sind mir bislang noch nicht bekannt“, sagt Holger Schulz, stellvertretender Kreisbauamtsleiter, auf IK-Anfrage. Zwar habe es Hinweise per Mail gegeben, aber niemand habe den Landkreis Gifhorn zur Kasse gebeten.

„Zumal wir als Kreis nur in der Verkehrssicherheitspflicht sind. Das, wenn es gravierende Straßenschäden gibt, müssen Hinweisschilder aufgestellt werden“, erläutert Schulz. Die Entscheidung, wann eine Straße so beschädigt ist, dass am Auto Schäden entstehen könnten, wenn es mit 50 Stundenkilometern innerorts unterwegs ist, treffen die Straßenmeistereien.

Letztendlich muss ein Geschädigter selbst dokumentieren und darlegen, dass sein Schaden am Auto auch auf den schlechten Straßenzustand zurückzuführen ist - und nicht schon vorher einen Schaden hatte. Notfalls, so Schulz, wird auch ein Gutachten angefordert.

Wie Gifhorns Polizeipressesprecher Thomas Reuter erläutert, gibt es verschiedene Straßenklassen, die auch in verschiedene Zuständigkeiten fallen: Gemeinde(verbindungs)straßen innerorts obliegen den Städten/Samtgemeinden, die Kreisstraßen dem Landkreis und die Landes- und Bundesstraßen dem Bund. Auch Reuter spricht von der Verkehrssicherungspflicht: „Schilder wie Baustellen- oder Tempolimithinweise müssen auf den schlechten Straßenzustand hinweisen.“ Dementsprechend hätten Autofahrer ihr Tempo den Straßenverhältnissen angepasst werden.

„Nach einem harten Winter muss man aber als Autofahrer mit Straßenschäden rechnen, vorsichtig fahren und die Geschwindigkeit drosseln“, rät der Polizeipressesprecher. Dem Kreis, Bund oder Land die Schule am defekten Auto nachzuweisen sei laut Reuter nicht ganz einfach. Fotos seien hilfreich und natürlich Zeugen. „Wir als Polizei haben lediglich den Unfall aufzunehmen – wenn wir denn überhaupt gerufen werden“, so Reuter.

Die Kfz-Versicherung zahlt meistens nur bei Vollkaskoversicherung und selbst dann muss man sich überlegen, ob man eine eventuelle Hochstufung der Versicherungskosten in Kauf nehmen möchte.

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