Die PARTEI will „mehr Tierärzte“ für die medizinische Versorgung auf dem Land

Satire-Partei strebt in Nordkreis-Räte

Die Führungsetage der PARTEI im Landkreis Gifhorn.
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Stehen an der Spitze der PARTEI im Landkreis Gifhorn: Jan-Phillip Meyer (v.l.), Annika Modeß und Marcel Licht. Ganz links wünscht ein Abbild von Parteigründer Martin Sonneborn offenbar viel Erfolg beim Ziel „100 % + x“.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
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Landkreis Gifhorn – In Brüssel ist sie schon vertreten, in Berlin auch, nun will die PARTEI auch in die Kommunalparlamente im Landkreis Gifhorn. 2004 als „Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative“ an den Start gegangen, hat sich die PARTEI „im Grundsatz eine satirische Verpflichtung“ auferlegt, wie Jan-Phillip Meyer bestätigt. Der 35-jährige Tülauer ist gerade zum Vorsitzenden des Gifhorner Kreisverbandes gewählt worden.

Die Frage für den Wähler ist: Was darf er realpolitisch erwarten von den kommunalen Vertretern einer Partei, die die medizinische Versorgung auf dem Land den Tierärzten überlassen will, und in deren Bundesprogramm schon mal geschrieben wurde, die neuen Bundesländer sollten „baulich vom Rest der Republik getrennt werden“? Sowas gehört freilich zum satirischen Ansatz, aber der mischt sich eben auch in Meyers Antwort auf die Nachfrage des IK, für welche Inhalte die PARTEI denn in den Kommunalparlamenten stehen würde: „... unter anderem ein Bierbrunnen für die Bürger:innen, Digitalisierung, ein echter ÖPNV für alle Dörfer, Ganztagskinderbetreuung, die ihrem Namen gerecht wird und natürlich die Ausweitung des medizinischen Angebotes im Klinikum Wittingen durch den Einsatz von Tierärzt:innen.“

Manches könnte so auch von anderen Parteien kommen, manches offenkundig eher nicht, und die PARTEI würde womöglich darauf verweisen, dass ja auch schon viele andere Parteien Dinge versprochen haben, ohne sie zu halten. Möglicherweise, wer weiß das schon, ist ja auch der Bierbrunnen ernst gemeint, und Meyer spricht vielleicht auch deshalb von einem „Wahlsiegprogramm“, das man noch final entwerfen wolle. Dem Tülauer zur Seite steht Annika Modeß als stellvertretende Vorsitzende, als Schatzmeister fungiert Marcel Licht.

Meyer formuliert das Ziel, „eine Veränderung der politischen Landschaft“ bewirken zu wollen. Die PARTEI traut sich das in Hankensbüttel und Wittingen mit jeweils einer Kandidatin bzw. einem Kandidaten zu: Für den Hankensbütteler Samtgemeinderat ist Zita Krüger (48) aus Steinhorst nominiert worden, für den Wittinger Stadtrat wie auch für den Ortsrat geht Edgar Rot (26) aus Wittingen ins Rennen.

„Gleich drei Nordkreiseinwohnende kandidieren für den Kreistag“, freut man sich bei der PARTEI. Rot tritt im Wahlbereich 8 (Wittingen-Hankensbüttel) an und will im Kreistag „die Digitalisierung forcieren“. Krüger will den Wahlbereich 6 (Wesendorf-Sassenburg) im Gifhorner Schloss vertreten. Zu den Ambitionen der Steinhorsterin lässt die PARTEI verlauten: „Die überzeugte 48-jährige Kapitalistin will Gesundheit, Energie, Banken, Verkehr und Digitalisierung verstaatlichen.“ Um den Wahlbereich 7 (Brome-Boldecker Land) kümmert sich der Vorsitzende Meyer selbst. Der Gesundheits- und Krankenpfleger will „den Pflegekräften und Eltern im Kreis auch außerhalb des Wahlkampfes Gehör verschaffen“.

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