DRK-Kreisverband: Erhöhter Schutz bei Covid-19-Patienten

Rettungsdienst im Kreis Gifhorn einsatzbereit

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Der Rettungsdienst des DRK-Kreisverbandes Gifhorn geht auf Nummer sicher: Zeigt ein Patient Corona-Symptome, wird die Schutzkleidung angezogen.

Landkreis Gifhorn – Bereits vor der Corona-Krise wurden laut einigen Apothekern bestimmte Medikamente knapp (das IK berichtete).

Roland StrehmelPressesprecher DRK-Kreisverband Gifhorn

Da zahlreiche Bestandteile verschiedener Medikamente aus dem asiatischen Raum stammen, dürfte die Corona-Krise diese Engpässe noch verschärft haben. Hinzu kommt ein Mangel an medizinischem Hygienematerial wie Atemschutzmasken und Desinfektionsmitteln. Neben Kliniken und Arztpraxen sind auch Rettungsdienste auf diese Dinge angewiesen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist einer der vom Landkreis Gifhorn beauftragten Rettungsdienste. Wie ist es um die Ausstattung der Fahrzeuge und Rettungssanitäter bestellt? Wie schützen die Männer und Frauen sich bei ihren Einsätzen? Das IK hat beim DRK-Kreisverband Gifhorn nachgefragt.

„Die Beschaffung der Materialien hat in den letzten Wochen sehr viel Organisationsaufwand gekostet, aber es ist uns gelungen, immer ausreichend Material zur Verfügung zu haben“, sagt Roland Strehmel von der Stabsstelle Unternehmenskommunikation des DRK-Kreisverbands Gifhorn. Einen Mangel an Medikamenten sei in keinem Bereich vorhanden, betont der Strehmel.

Der Organisationsaufwand beschränkt sich jedoch nicht nur auf das Material „Es gibt zwei Schutzstufen im Einsatz“, erklärt Strehmel. „Wenn der Patient frei von Symptomen ist und auch keinen Kontakt zu einem Covid-19-Erkrankten hatte, tragen sowohl die Besatzungsmitglieder als auch der Patient einen Mund-Nasen-Schutz.“ Weise der Patient jedoch Symptome auf, die auf eine Covid-19-Erkrankung hindeuten, lege die Besatzung den kompletten Infektionsschutz mit Schutzkittel, FFP2-Atemschutzmaske, Schutzbrille und zwei Paaren Handschuhen an. Der Patient erhalte einen Mund-Nasen-Schutz. „Das geschieht, auch wenn es nur ein leichter Verdacht ist“, verdeutlicht der Pressesprecher.

Der höhere Organisationsaufwand und die drastisch gestiegenen Preise führen zu einer finanziellen Mehrbelastung. „Die Kosten für die Atemschutzmasken, Mund-Nasen-Schutz, Schutzkittel und Desinfektionsmittel sind teilweise um den Faktor 10 gestiegen.“ Aufgrund der schwierigen Versorgungslage mussten Vorräte geschaffen werden, da ja nicht abschätzbar sei, wie sich die Anzahl der zu versorgenden Patienten entwickelt. „Das war mit hohen Aufwendungen verbunden“, erklärte Strehmel die aktuelle Lage des Rettungsdienstes.

Bislang sei das DRK hier aus Eigenmitteln in Vorleistung getreten. Im Vordergrund stehe erst mal, der Aufgabe gerecht zu werden. Strehmelführte dazu aus: „Im Nachgang hoffen wir doch, dass möglichst viele dieser Mehrausgaben von Krankenkassen und staatlichen Stellen refinanziert werden.“

VON ANDREAS URHAHN

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