Kreis will Reformentwurf entgegenwirken

Rettung des Rettungsdienstes im Kreis Gifhorn

+
Der Landkreis Gifhorn wehrt sich gegen eine geplante Rettungsdienstreform von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Landkreis Gifhorn – Die geplante Reform der Notfallversorgung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stößt beim Landkreis Gifhorn auf harsche Kritik. Landrat Dr. Andreas Ebel sieht die „gut funktionierenden Strukturen“ im Landkreis gefährdet.

Darum trat der Landkreis nun dem Bündnis „Rettet die 112“ bei.

Dr. Andreas Ebel, Landrat

Nach dem Reformentwurf sollen Notfallambulanzen der Krankenhäuser durch Integrierte Notfallzentren an ausgewählten Standorten ersetzt werden. „Wo aber genau ein solches Integriertes Notfallzentrum entsteht, wird von Krankenkassen und Kassenärzten entschieden – ob wir also in Gifhorn oder Wittingen eines bekommen, ist offen“, kritisierte Ebel. Ebenso soll der Rettungsdienst faktisch der Planung von Krankenkassen und Kassenärzten unterstellt werden. Michael Funke, Leiter des Fachbereichs Ordnung, Verkehr und Veterinärwesen beim Landkreis, sah darin die Versorgung gefährdet. „Eine Vereinheitlichung der Versorgung bedeutet für uns eine Verschlechterung.“ Man könne nicht für ganz Deutschland eine vereinheitlichte Versorgung bei völlig unterschiedlichen Rahmenbedingungen setzen.

Generell sehen sowohl Ebel als auch Funke als auch Matthias Rüger, Leiter des Fachbereichs Brand- und Katastrophenschutz, Rettungsdienst und Gewerbe beim Landkreis, die Ursache für überfüllte Notaufnahmen in Krankenhäusern nicht beim Rettungsdienst, sondern beim kassenärztlichen Notdienst. „Es gilt nicht nur, massive Eingriffe in die Staatlichkeit der Länder und die kommunale Selbstverwaltung abzuwehren“, sagte Ebel. „Es geht um die Rettung von Menschenleben.“ Gerne könne man über eine sinnvolle Fortentwicklung, etwa über eine Zusammenlegung der Rufnummern 112 und 116117 reden, wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen stimmen. „Aber einem Verschiebebahnhof von Kosten und Verantwortung, der ein funktionierendes System zum Einsturz bringt, werden wir uns mit aller Kraft entgegenstemmen“, betonte Ebel.

VON DENNIS KLÜTING

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare