„Helfer vor Ort“ im Landkreis startet

Retter noch schneller zur Stelle

Im süddeutschen Raum ist die DRK-Einrichtung „Helfer vor Ort“ bereits weit verbreitet.
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Im süddeutschen Raum ist die DRK-Einrichtung „Helfer vor Ort“ bereits weit verbreitet.

Landkreis Gifhorn. Axel Kowalewski hat es am eigenen Leib erlebt: Das Warten auf professionelle Retter kann eine gefühlte Ewigkeit dauern. Und die, die helfen, zerren meist aus Unwissen oder Unsicherheit nur an einem herum.

Die eigene Hilflosigkeit auf offener Straße nach einer allergischen Reaktion war für den ehrenamtlichen Ausbildungsleiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Boldecker Land reichlich Anlass genug, die Initiative „Helfer vor Ort“ in den Stiel zu stoßen. Ab Juli starten DRK-Kreisverband Gifhorn und der Landkreis pilotweise die Aktion „Helfer vor Ort“ für zwei Jahre im Boldecker Land. Eine Ausweitung auf den gesamten Landkreis sei nach dem Testlauf erstrebenswert, so Erste Kreisrätin Evelin Wißmann.

Hinter der neuen Initiative verbirgt sich die Idee des Sanitäter vor Ort. Ein Beispiel: Kracht es auf der B 248 bei Jembke und in der Nähe wohnt ein Ehrenamtlicher, der sich an „Helfer vor Ort“ beteiligt, so wird er über die Leitstelle alarmiert. „Er ist dann aller Voraussicht der erste am Ort des Geschehens und soll Hilfe leisten oder erkundet die Lage“, sagt Sandro Pietrantoni, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes. Der „Helfer vor Ort“ sei ein Zusatz zu den Sanitätern des hauptamtlichen Rettungsdienstes. Er überbrücke den rettungsfreien Intervall zwischen Notlage und Versorgung. „Wir wollen bei den hauptamtlichen Rettern nichts ausdünnen“, so Wißmann.

Der „Helfer vor Ort“ werde sich an Wochenenden (freitags 18 bis montags 6 Uhr) und an Feiertagen vom Tag davor (18 Uhr) bis tags drauf (6 Uhr)bereithalten. Bisher hätte das DRK neun Freiwillige gewinnen können. „Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein, eine Erste-Hilfe-Ausbildung und einen Sanitätslehrgang absolviert haben“, sagt Stephan Klauert, Vorstandsmitglied beim DRK. Einsatz-Fahrzeug (DRK-Auto), -kleidung, medizinisches Material und Meldegerät würden gestellt. Und: „Die ,Helfer vor Ort‘ sind haftpflicht- und Unfallversichert“,. sagt Klauert.

Von Jens Schopp

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