Jahresstatistik im Landkreis Gifhorn: 73 Prozent der schweren Karambolagen finden außerorts statt

Rekordhoch an Unfällen

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Wilfried Enderle (v. l.), Christian Engel und Michael Feistel stellten die Unfallstatistik vor.

Gifhorn. „Durchmischt“ ist die Unfallstatistik im Landkreis Gifhorn für 2017. Während es bei der Kriminalstatistik erfreuliche Zahlen gab, mussten im Straßenverkehr wieder zum Teil schlechtere Zahlen als im Vorjahr hingenommen werden, wie Wilfried Enderle, Sachbearbeiter Straßenverkehr, gestern bekannt gab.

Vor allem die Zahl an Verkehrsunfällen mit tödlichen Ausgang (13 gegenüber 9 in 2016) oder Schwerverletzten (128 gegenüber 127) stieg kreisweit wieder an.

Auch die Zahl der Wildunfälle, in 2016 Jahr bereits auf einem Rekordhoch, hat noch einmal auf leicht auf 1393 zugenommen. Immerhin gab es einen Rückgang der Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss sowie weniger Unfälle mit Beteiligung von Rad- und Motorradfahrern.

Zu beobachten war laut Enderle auch eine Verlagerung der schweren Unfälle nach außerhalb geschlossener Ortschaften: 73 Prozent der Unfälle mit schweren Personenschäden ereigneten sich dort. Mit insgesamt 4554 habe man die höchste Zahl an Unfällen der letzten zehn Jahre zu verzeichnen, inklusive 342 Parkplatzunfällen.

Es gab sieben Unfälle unter Alkoholeinfluss mit tödlich- oder schwerverletzten Personen. 143 Mal – und damit seltener als im Vorjahr – wurden Fahrer alkoholisiert aus dem Verkehr gezogen, 40 von ihnen sogar mit einem Wert von mehr als zwei Promille. Den unrühmlichen Spitzenwert erreichte ein 64-Jähriger mit 2,92 Promille. Die leicht gestiegenen Zahlen an erkannten Drogenfahrten führte der Leiter Einsatz, Christian Engel, auf die Fortbildung der Polizeibeamten auf diesem Gebiet zurück. Die Zahl der Baumunfälle nahm leicht von 70 auf 78 zu.

Überproportional beteiligt bei allen Unfällen waren die Altersgruppen der Unter-25-Jährigen und der Über-65-Jährigen. Wenige Änderungen gab es bei den Unfallschwerpunkten. Davon gibt es im Nordkreis weiterhin drei, die allerdings zum Teil noch aufgrund der vergangenen Jahre verzeichnet sind. Denn am Großen Kain gab es letztes Jahr eine Verbesserung der Einsehbarkeit, die Ummersche Kreuzung bei Wesendorf wurde nachmarkiert und bei der Rechtskurve in der Gemarkung Ummern auf der L 284, die vor allem bei Nässe gefährlich ist, wurden Warnschilder aufgestellt. „Bei der Ummerschen Kreuzung werde ich demnächst für einen Kreisel plädieren“, sagte Enderle. „Im letzten Jahr lag ein großer Schwerpunkt bei der Bekämpfung der Einbrüche, was uns auch gelungen ist. Aber wir werden die Verkehrsüberwachung nicht vernachlässigen“, erklärte Polizeiinspektionsleiter Michael Feistel. Erfreulicher wäre allerdings, dass das Verkehrsverhalten von Einsicht geprägt werde.

Von Burkhard Ohse

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