Reiserücktrittsversicherung: Das sollten Sie wissen

Die Reiserücktrittsversicherung bezahlt nur dann die Stornogebühren, wenn Sie einen triftigen Grund haben – zum Beispiel einen Krankenhausaufenthalt.
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Fuß gebrochen? Die Reiserücktrittsversicherung übernimmt die Stornokosten für Ihren Urlaub.

Seit Wochen fiebert die ganze Familie dem Urlaub entgegen – und jetzt müssen Sie ihn absagen! Gut, wenn Sie eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen haben. So bleiben Sie zumindest nicht auf den Kosten sitzen. Lesen Sie hier, in welchen Fällen sie Ihnen die Stornogebühren erstattet.

Reiserücktritt jederzeit

Wenn Sie eine Reise gebucht haben, können Sie jederzeit vom Vertrag zurücktreten, solange Sie die Reise noch nicht angetreten haben. Das ist so im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Der Veranstalter kann dann nicht darauf bestehen, dass Sie die Reise bezahlen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass keine Kosten für Sie anfallen. Dem Reiseveranstalter steht laut Gesetz eine „angemessene Entschädigung“ zu: die Stornogebühren. Normalerweise sind diese umso höher, je kurzfristiger Sie die Reise absagen – manchmal sogar genauso hoch wie der Reisepreis selbst.

Eine Reiserücktrittsversicherung erstattet Ihnen diese Stornokosten – allerdings nur, wenn Sie die Reise aus einem bestimmten Grund abgesagt haben. Welche Gründe durch die Reiserücktrittsversicherung abgedeckt sind, hängt von den speziellen Vertragsbedingungen ab. Diese variieren von Anbieter zu Anbieter.

Was die Reisrücktrittsversicherung bezahlt

Fast bei jeder Versicherung ist der Reiserücktritt wegen einer unerwarteten, schweren Krankheit oder eines Unfalls möglich. Welche Krankheiten „unerwartet“ sind und was „schwer“ bedeutet, ist nicht eindeutig festgelegt und hängt vom Einzelfall ab. Einen gebrochenen Fuß werden beinahe alle Versicherungen als Grund akzeptieren, während ein grippaler Infekt meist nicht als Begründung ausreicht. In jedem Fall muss ein Arzt Ihren Zustand attestieren. Fragen Sie im Ernstfall so schnell wie möglich bei Ihrer Versicherung nach, ob Sie die Stornokosten erstattet bekommen.

Hier weitere Gründe für einen Reiserücktritt, die normalerweise versichert sind:

  • Tod eines Reiseteilnehmers oder eines nahen Angehörigen
  • Unvorhergesehene Schwangerschaft einer Reiseteilnehmerin, die die Reise deshalb nicht antreten kann
  • Impfuntauglichkeit – allerdings nur, wenn sie erst nach der Buchung festgestellt wurde
  • Plötzlicher Verlust des Arbeitsplatzes
  • Beschädigung des eigenen Wohnhauses

Neben diesen gängigen Gründen für einen Reisrücktritt sind von Versicherer zu Versicherer andere Fälle inbegriffen oder ausgeschlossen.

Was die Reisrücktrittsversicherung nicht bezahlt

Bei einer standardmäßigen Reiserücktrittsversicherung sind meistens nur unvorhersehbare Ereignisse abgedeckt. Darunter fallen folgende Situationen zum Beispiel nicht:

  • Sie haben eine neue Arbeitsstelle gefunden und müssen Sie genau während des geplanten Urlaubs antreten.
  • Nachdem Sie den Urlaub gebucht haben, wurden Ihnen Prüfungstermine in dieser Zeit bekanntgegeben.
  • Sie leiden unter einer chronischen Krankheit, die nicht grundsätzlich ein Hindernis darstellt, sich aber akut verschlechtert.

Diese und andere Risiken können Sie aber auf Wunsch mitversichern. Sprechen Sie Ihren Anbieter darauf an, bevor Sie den Vertrag unterschreiben.

Worauf Sie achten sollten

Bevor Sie eine Reiserücktrittsversicherung abschließen, sollten Sie verschiedene Angebote einholen und vergleichen. Achten Sie vor allem auf diese Punkte:

  • Meistens können Sie im Rahmen der Reiserücktrittsversicherung auch den Reiseabbruch versichern. Dann bekommen Sie die Kosten für einen Rücktransport und das Geld für Leistungen erstattet, die Sie wegen des Abbruchs nicht in Anspruch genommen haben.
  • Achten Sie auf den Selbstbehalt. Stiftung Warentest empfiehlt, eine Reiserücktrittsversicherung ohne Selbstbehalt zu wählen.
  • Versichern Sie nicht unbedingt die einzelne Reise, sondern prüfen Sie, ob sich beispielsweise eine Reiserücktrittsversicherung für ein ganzes Jahr lohnt.
  • Schummeln Sie nicht. Geben Sie bestehende Krankheiten von vornherein an.
  • Buchen Sie nicht gleich die im Reisebüro angebotene Reiserücktrittsversicherung dazu, sondern holen Sie selbst Angebote ein. Das ist manchmal günstiger.

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