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Reibungslose Lieferungen

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Landkreis Gifhorn. Die Eismassen an der Bordwand des Tankers „Jonas“ haben bizarre Gebilde hinterlassen. Doch der Kapitän hat keine Augen für die winterliche Pracht: Seit rund zehn Tagen liegt das Schiff, das Heizöl und Diesel geladen hat, im Wittinger Hafen fest.

Der Grund: Der Elbe-Seitenkanal ist wegen des Eisgangs für den Schiffsverkehr gesperrt. Trotzdem haben die Energie-Lieferanten im Landkreis Gifhorn derzeit keine Transport- oder Lieferschwierigkeiten.

„Kein Kunde muss Angst haben, dass er nicht mit Heizöl versorgt wird“, sagt Hans-Jürgen Lohmann, Niederlassungsleiter der Firma Hoyer Energie-Service in Wittingen, auf IK-Anfrage. Die Tanklager des Unternehmens im Hafen sind gut gefüllt, denn gestern wurde die Fracht der „Jonas“ gelöscht. 1,5 Millionen Liter Heizöl und Diesel wurden aus dem Rumpf des Schiffes in die Tanks gesaugt.

Eigentlich war die „Jonas“ vor eineinhalb Wochen zur Hoyer-Niederlassung nach Salzgitter unterwegs. Doch das Eis auf dem Kanal machte den unfreiwilligen Halt in Wittingen erforderlich. Aber auch ohne diesen Zufall hätte die Firma keine Lieferschwierigkeiten, betont Lohmann. „Auch unser Fuhrpark ist gut aufgestellt, so dass 95 Prozent der Kunden, die kurzfristig Heizöl bestellen, es noch am selben Tag bekommen.“

Ähnlich sieht es derzeit bei der Saatzucht Flettmar-Wittingen aus. „Wir sind ausreichend versorgt“, versichert Mitarbeiter Benjamin Kröger. Das Unternehmen könne auf verschiedene Lager zurückgreifen. Heizöl, Diesel und der Sprit für die firmeneigenen Tankstellen werden ausschließlich auf der Straße transportiert. „Es gab keine Einschränkungen bei Lieferungen, denn durch den trockenen Frost sind die Straßen frei“, berichtet Kröger.

Auch bei der Landwirtschaftlichen Ein- und Verkaufsgenossenschaft (LEVG) Hankensbüttel-Groß Oesingen ist die Lage entspannt. „Wir haben uns auf die kalte Witterung eingestellt“, sagt Heike Wilke, Leiterin der Mineralölabteilung der Volksbank Osterburg-Lüchow-Dannenberg, zu der die LEVG gehört. Der Transport von Heizöl und Diesel aus den Raffinerien in Hamburg klappe reibungslos. „Wir haben bislang jeden Notfall beliefern können, auch bei minus 20 Grad“, sagt Wilke.

Störungsfreie Lieferungen von Strom und Erdgas vermeldet auch der Energieanbieter LSW. „Es gibt eine komplette Versorgung“, bekräftigt Sprecherin Birgit Wiechert.

Das gleiche Bild herrscht bei den Stadtwerken Uelzen. „Wir haben ausreichende Gasmengen eingekauft, so dass es zu keinen Engpässen kommt“, sagt Sprecherin Inga Busch. Auch der Transport stelle die Stadtwerke vor kein Problem, weil die Leitungen für sehr hohe Leistungen konzipiert seien, die über die kurze Kälteperiode lange noch nicht ausgeschöpft würden. Auch bei der Stromlieferung gebe es keine Probleme. Die Stadtwerke Uelzen hätten „so gut wie keine Freileitungen mehr im Stromnetz, die bei dem derzeitig kalten Wetter schnell von Störungen betroffen sein können“, erklärt Inga Busch.

Von Bernd Schossadowski

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